Drohnen-Studie: Immer mehr kommerzielle Flüge, aber Deutschland hängt hinterher

12. Februar 2019 10:39

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Bis 2030 wird die Zahl kommerziell eingesetzter Drohnen in Deutschland massiv steigen, so eine Studie. Das volle Potenzial ist hierzulande aber noch längst nicht ausgeschöpft.

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) und der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) sagen in ihrer Studie zum deutschen Drohnenmarkt bis zum Jahr 2030 einen starken Anstieg von Drohnenflügen im Geschäftsbereich voraus. Derzeit belaufe sich die Zahl kommerziell genutzter Drohnen in Deutschland auf 19.000, im Jahr 2030 sollen es schon 126.000 Stück sein. Das wäre ein Wachstum um mehr als 560 Prozent. Die Drohnen-Piloten setzen die Flugobjekte dabei oft für verschiedene Zwecke ein: Vermessung, Kartierung, Inspektion oder Film- und Fotoaufnahmen. Der deutsche Drohnenmarkt würde somit von derzeit 574 Millionen Euro auf fast 3 Milliarden Euro wachsen, schätzen die Macher der Studie.

Die meisten Drohnen fliegen in der Freizeit.
Insgesamt fliegen fast eine halbe Million Drohnen durch Deutschlands Lüfte – der absolute Großteil von rund 450.000 Stück kommt aber nur in der Freizeit für private Zwecke zum Einsatz. Rund 400 Unternehmen und etwa 10.000 Mitarbeiter in Deutschland beschäftigen sich laut Studie hauptsächlich mit Drohnen. Ein Teil dieser Unternehmen hat seit 2012 rund 170 Millionen US-Dollar an Investorengeldern eingesammelt.

International liegt Deutschland in der kommerziellen Nutzung der Drohnen zwar auf Platz Vier hinter den USA, China und Frankreich. Wenn man die Zahlen aber auf die Bevölkerungsanzahl hochrechnet, kommt Deutschland nur noch auf Platz 17. Für die Verbände ist das ein Warnsignal, dass sich Unternehmen und Politik in dem Drohnenmarkt noch mehr engagieren müssen. „Der deutsche Drohnenmarkt hat enormes Potenzial, denn wir haben starke Unternehmen sowohl auf der Herstellerseite als auch bei potenziellen Anwendern von Drohnentechnologie. Ob wir als Industriestandort Deutschland hier mit in vorderster Reihe stehen und diese Chancen auch ausschöpfen, entscheidet sich jetzt. Wir müssen aufpassen, dass wir hier nicht einen Trend verpassen und international den Anschluss verlieren“, heißt es in der Studie.

Microsoft-Patent für Drohnenlieferung in fahrendes Auto.
In den USA arbeiten Unternehmen derweil gezielt an der Weiterentwicklung der Einsatzmöglichkeiten. Microsoft hat sich laut Golem gerade ein Patent gesichert, bei dem Drohnen in ein fahrendes Auto liefern können. Die Lieferdrohne soll das Auto am Nummernschild erkennen, die eigene Geschwindigkeit an dies des Fahrzeuges anpassen und dann die Ware durch eine Dachöffnung fallen lassen oder abseilen. In Europa will Google noch in diesem Frühjahr seinen Drohnenlieferdienst in Finnland testen.

Andy Dean Photography / shutterstock.com

Quelle: Logistik-watchblog

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