Kampfsport-Ausbildung für den harten Berufsalltag


Taekwondo-Profi Alfred Gehlen unterrichtet Manager im Nahkampf

Um im Geschäftsleben nicht auf der Matte zu landen, muss man sich verteidigen können. In Kampfsport-Seminaren lernen Manager die Techniken dazu. Robert Hartlauer und Olympus Österreich-Chef Anton Ofner haben bei ihm bereits Holzbretter mit der Hand zerschlagen – jetzt soll auch der Rest von Österreichs Management-Elite den deutschen Kampfsport-Guru Alfred Gehlen so richtig kennen lernen.

Vom 2. bis 4. Juni hält Gehlen für Seminaranbieter GfP ein Seminar: „Freude am Kämpfen – Power on the Job.” Dieses Seminar richtet sich an Geschäftsführer, Vorstände und Unternehmer und soll sie mit Kampfsporttechniken für den Alltag stählen.

So werden die Bosse im Training gleich von mehreren Seiten angegriffen und müssen sich mit Hilfe von zehn schnell erlernten Techniken zur Wehr setzen. „Kampfkunst hat nichts mit Blut oder Kloppen zu tun”, räumt Taekwondo-Grossmeister Gehlen mit gängigen Vorurteilen auf. „Wer von Kämpfen spricht, outet sich in unserer Kultur sofort als gewalttätig. Dabei hat es nichts mit Aggressionen zu tun – wir kämpfen schliesslich auch für etwas, zum Beispiel für Ideen.”

Aufstehen lernen

Kampfsport ist in den Chefetagen im Kommen. Ex-Palmers-Lady Astrid Gilhofer oder Wilkinson-Chef Peter Duxler sind nur zwei der Bosse, die sich mit Kickboxen oder Taekwondo austoben.

Was lernen Chefs vom Gerangel auf der Matte? GfP-Chef Leopold Stieger hat sein Kampfsport-Seminar an sich selbst ausprobiert: „Jeder von uns ist manchmal in der Situation, dass er am Boden liegt und einer über ihm steht. Dann denkt er vielleicht: ,Ich muss ja nicht’ oder ,es gibt ja noch andere Kunden.’ Doch wenn man sich entspannt, kommt man drauf, dass man plötzlich die Lage verändern kann.”

Diese Erkenntnisblitze will Gehlen vom Trainingsraum in die Chefbüros übertragen. Nicht nur die Euphorie, die aufkommt, wenn ein Kampfsportneuling mit einem Schlag ein Holzbrett zerschlägt und bemerkt, „ich bin ja keine kleine Maus”, sondern auch den Weg dorthin: „Wenn Sie aufrufen können, was Sie gedacht haben, als Sie auf das Brett draufgeschlagen haben, dann ist das der Schlüssel zum Erfolg.”

Reaktion unter Stress

Seine bisherigen Schützlinge kommen immer wieder. Robert Hartlauer etwa wird nach zwei eigenen Besuchen seinen Mitarbeitern interne Kampfsport-Seminare spendieren. Besonders die Stressbewältigungstipps und die Sicherheit vor Angriffen haben ihm gefallen, „obwohl ich mich Gott sei Dank noch nie habe raufen müssen. Wenn ich ängstlich gewesen wäre – was ich nicht bin –, hätte mir das Seminar viel Sicherheit gegeben”, sagt Hartlauer.

Olympus-Boss Ofner hat bereits zwei Mal teilgenommen. „Nicht, weil ich so ein martialischer Typ bin. Aber wir alle werden mit furchteinflössenden Situationen konfrontiert. Und so habe ich gesehen, wie ich selbst unter Stress reagiere.” Er will demnächst seinen Geschäftsfreunden und Kunden ein solches Seminar bieten.

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