Liefery und Kiwi arbeiten zusammen: Paketboten sollen nachts in Häuser liefern

19. November 2018 15:25

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Liefery und Kiwi starten eine Kooperation: Paketboten sollen die Bestellungen nachts vor die Wohnungstüren der Empfänger liefern. 

Das Berliner StartUp Kiwi, gegründet 2012, hat sich auf den schlüssellosen Zugang für Hauseingänge spezialisiert. Die Nutzer brauchen dann für die jeweilige Tür keinen Schlüssel mehr, sondern können diese per Transponder oder App öffnen. Jetzt sollen mit der Technologie auch die Paketboten von Liefery Haustüren öffnen können, um so nachts Bestellungen zu liefern, berichtet die Berliner Zeitung.

Kiwi hat dafür mit dem zu Otto gehörenden Zustelldienst Liefery eine Zusammenarbeit vereinbart. „Es ist eine völlig neue, technologiebasierte Option für den Paketempfang“, sagt Liefery-Chef Nils Fischer. „Wir können auch nachts, also zu verkehrsarmen Zeiten liefern.“ So soll der Autoverkehr entlastet werden und die Zustellung kann unabhängig von den Empfängern erfolgen.

60.000 Häuser nutzen schlüssellose Technologie von Kiwi.
Das Konzept ist natürlich nur in den Häusern möglich, die über die digitalen Schlösser von Kiwi verfügen. Bisher sollen rund 64.000 Mehrfamilienhäuser damit ausgerüstet sein, davon 5.000 in Berlin. Die Kiwi-Technologie nutzen unter anderem Wohnungsunternehmen wie Degewo und Gesobau sowie Berliner Firmen wie Alba, Berlin Recycling oder der Aufzughersteller Schindler, die regelmäßig Zugang zu Häusern benötigen. Die schlüssellose Technologie soll sicherer sein als jene, die Automobilhersteller für ihre Fahrzeuge verwenden. „Wir haben unseren Verschlüsselungsalgorithmus zum Patent angemeldet“, erklärt Kiwi-Sprecherin Julia Rubin.

Liefery plant Versicherung gegen Vampire Delivery.
Der Kunde muss dieser Option vor der Bestellung zustimmen, dass der Bote nachts einfach das Paket vor die Wohnungstür stellt. Ob sich damit nicht die Gefahr von Diebstählen erhöht, ist unklar. Liefery-Sprecher Friedemann Nierhaus sieht keine steigende Gefahr. Das würden auch die Nutzer-Erfahrungen mit anderen, ähnlichen Liefer-Konzepten bestätigen. Um dem sogenannten Vampire Delivery trotzdem vorzubeugen, arbeite man bei Liefery mit einem Partner gerade an einer speziellen Versicherung, so Nierhaus.

Zahlen zu dem Bereich Paketdiebstahl sind generell schwer zu bekommen. Die Kriminalstatistik erfasst den Bereich Paketdiebstahl nicht im einzelnen, die Post und andere Dienstleister geben über das sensible Thema keine Auskunft. Laut Rainer Wendt von der Deutschen Polizeigewerkschaft wurden 2010 aber mindestens 3000 Diebstähle gemeldet – die Dunkelziffer dürfte viel höher sein.

New Africa / Shutterstock.com

Quelle: Logistik-watchblog

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