Moderne Wirtschaft ohne effiziente Logistik undenkbar

„Will die Wirtschaft funktionieren und erfolgreich agieren, kann sie auf moderne Logistikdienstleistungen unmöglich verzichten“, brachte Fachgruppenobmann KommR Alfred Schneckenreither die Schlüsselrolle der heimischen Spediteure beim Fachgruppentag in der Firma Fronius klar und deutlich zum Ausdruck. Eine funktionierende Logistik ist die Basis für Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand. 

Wie sehr eine zuverlässige Logistik für den Wirtschaftsraum Oberösterreich einen bedeutenden Erfolgsfaktor darstellt, hat sich gerade in den letzten Jahren deutlich gezeigt. Schneckenreither: „Unsere Branche hat die Krise zwar gespürt, die knapp 300 oberösterreichischen Spediteure waren mit ihren fast 6000 Beschäftigten aber so leistungsstark und gut aufgestellt, dass sie die konjunkturellen Herausforderungen gut meistern konnten.“ Zur Euphorie veranlasse das allerdings keineswegs, blickt Schneckenreither auf die aktuelle Auftragslage, die nach leichten Steigerungen Ende 2010 und Anfang 2011 nunmehr von deutlich verhaltenen Signalen der Auftraggeber geprägt ist.

Umso mehr fokussieren sich die oö. Spediteure auf taugliche Umfeldbedingungen zum Erhalt des Logistikstandortes Oberösterreich. Im Wesentlichen konzentrieren sich die Spediteure in ihrer Strategie auf die vier Kernthemen „Verkehrsinfrastruktur“, „Rahmenbedingungen“, „Bildung, Qualifikation, Berufsausbildung“ sowie „Innovation“.

Wissend, dass der Bedarf an Gütermobilität in Zukunft noch weiter steigen wird, sieht Schneckenreither vor allem in der Optimierung der Infrastruktur für alle Verkehrsträger prioritären Handlungsbedarf: „Wir müssen bereits heute die Korridore der Zukunft sichern sowie die Basis für die Multimodalität starker Logistikknoten schaffen.“

Bei der Straßeninfrastruktur nennt Schneckenreither an konkreten Beispielen die A 26 (Linzer Westring). „Gleichzeitig brauchen wird aber auch neben dem Bau der Mühlviertler Schnellstraße S 10 eine leistungsfähige Verlängerung dieser Verkehrsachse zur A 1 bei Enns“, begrüßt Schneckenreither, dass LH-Stellvertreter Franz Hiesl bereits den Startschuss zur Korridoruntersuchung für eine Linzer Ostumfahrung gegeben hat. Unerlässlich erscheint in diesem Zusammenhang auch ein moderner Donauübergang im Raum Mauthausen. Weitere Projekte einer modernen oö. Verkehrsinfrastruktur sind ferner die Verbindung der B309 in Richtung A9, eine Schnellstraßenverbindung von der A8 zur A94 als Direktverbindung Richtung München sowie der vierspurige Ausbau der B1 zwischen Enns und Vöcklabruck.

Ein modernes Schienennetz erfordert den viergleisigen Ausbau der Westbahn, die Optimierung der Verbindungen Richtung München wie auch Frankfurt, den leistungsfähigen Ausbau der Summerauer-/Pyhrnbahnachse als TEN-Korridor von Prag bis Koper, um dort für den Güterverkehr das Tor zu den Wachstumsmärkten in Übersee zu öffnen. Zudem macht sich Schneckenreither auch für den Erhalt der Industrie- und Anschlussbahnen als Basis für die Multimodalität und den Kombiverkehr stark.

Für eine leistungsfähige Wasserstraße hält der Spediteureobmann die ganzjährig gesicherte Abladetiefe von 2,5 Metern für termingerechte Container- und Linienverkehre sowie eine entsprechende Auslastung bei Massenguttransporten erforderlich. Im Luftverkehr müsse die Anschlussfunktion des Linzer Flughafens zu internationalen Verbindungen abgesichert werden, wie zudem eine Verknüpfung des Flughafens mit anderen Verkehrsträgern wie Öffentlicher Verkehr, Schiene etc. zu forcieren sei.

Moderne Logistikleistungen erfordern auch entsprechende Rahmenbedingungen, ist es für Schneckenreither beispielsweise höchst an der Zeit, im Zollwesen die Diskriminierung der Branche durch strengere Haftungsbestimmungen als in beratenden Berufen zu beseitigen. Zur Wahrung eines transparenten Wettbewerbs lehnt Schneckenreither außerdem das vom BMVIT eingerichtete Monopol durch die Beauftragung eines einzigen Unternehmens als Validierungsstelle für die Zertifizierung sogenannter „bekannter Versender“ in der Luftfracht ab.

Um im internationalen Wettbewerb zu reüssieren, braucht gerade die Logistik- und Speditionsbranche qualifizierte, kompetente Fachkräfte. Neben entsprechenden Werbeaktivitäten beim Berufsnachwuchs — Positionierung der Berufsbilder, Vorstellung der Lehrberufe, Weitergabe von Praxiserfahrungen durch Lehrlinge und Ausbilder sowie Infoschwerpunkte beispielsweise auf der derzeit in Wels laufenden Berufsinformationsmesse Jugend und Beruf — setzen die oö. Spediteure auch gezielt auf Maßnahmen zur beruflichen Weiterqualifizierung, u.a. durch ständige Kooperationen mit dem Logistikum bzw. der FH Steyr.

Dass sich in einer modernen Wirtschaft gerade auch die Logistikbranche ständigen innovativen Herausforderungen zu stellen hat, steht für Schneckenreither außer Zweifel. Im Sinne der Nachhaltigkeit bemühe man sich deshalb noch intensiver um Ressourcen und Prozessoptimierungen hin in Richtung Green Logistics.

Quelle: Wirtschaftskammer Oberösterreich

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