Chemieindustrie spielt Schlüsselrolle beim Einsatz von klimaneutralen Wasserstofftechnologien

20. März 2019 15:36

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Branche zu Wasserstoffstrategie: enormes Dekarbonisierungspotential neben technischen Herausforderungen.

Die chemische Industrie ist eine energieintensive Branche, die das Ziel hat, CO2-neutral zu wachsen. Dafür werden die bestehenden Prozesse kontinuierlich optimiert, fossile Energie- und Rohstoffquellen schrittweise durch erneuerbare ersetzt und emissionsarme Produktionsverfahren entwickelt.

„Wasserstoff wird heute weltweit als Grundstoff in einer Vielzahl von Prozessen in der chemischen Industrie verwendet“, erläutert Hubert Culik, Obmann des Fachverbandes der Chemischen Industrie. „Da dieser aktuell aus Methan gewonnen wird, wobei CO2 freigesetzt wird, spielt er für die Branche am Weg zur Dekarbonisierung eine wichtige Rolle. Es gibt bereits seit Jahren Überlegungen, wie man klimaneutral gewonnenen Wasserstoff in der Produktion nutzen könnte.“ Der dabei verfolgte Ansatz führt über die Elektrolyse von Wasser mithilfe von Strom aus erneuerbaren Quellen.

„Wir müssen uns gleichzeitig bewusst sein, dass die Gewinnung von Wasserstoff durch Elektrolyse wesentlich energieintensiver ist als die herkömmliche Methode“, erklärt Culik. Eine Studie, die vom Fachverband vergangenes Jahr in Auftrag gegeben wurde und die die Potentiale zur Dekarbonisierung in der chemischen Industrie berechnet hat, kam zu dem Ergebnis, dass die Wasserstoffgewinnung mittels Elektrolyse den dreifachen Wert des Energiebedarfs im Vergleich zur konventionellen Methode aufweist.

Die benötigten Strommengen und damit deutlich erhöhten Produktionskosten wirken sich klarerweise auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen aus, weshalb bis zur kommerziellen Anwendung noch zahlreiche Hürden zu meistern sind. Eine weitere Herausforderung, die es am Weg zur Wasserstofftechnologie noch zu lösen gilt, liegt im Ausbau der notwendigen Infrastruktur, insbesondere der Leitungen zum Transport. „Für einen Umstieg braucht es massive Investitionen in die Infrastruktur. Die chemische Industrie sieht sich auch hier als wichtiger Player, da sie nicht nur Wasserstoffverbraucher sein wird, sondern auch als dezentraler industrieller Wasserstofferzeuger fungieren kann.“ Und auch in die Entwicklung von Wasserstoffspeichern, mit denen überschüssiger erneuerbarer Strom gespeichert werden kann, fließt das Know-how der Branche ein.

„Unsere Dekarbonisierungsstudie zeigt deutlich, dass wir erst am Beginn einer langfristigen Entwicklung stehen, für die einerseits noch sehr viel Forschungs- und Entwicklungsbedarf besteht und auch von der Politik die richtigen Rahmenbedingungen gesetzt werden müssen.“ Neben gezielten Förderungen und Anreizen für Forschung und Investitionen in diesem Bereich, ist laut Culik vor allem auch leistbarer erneuerbarer Strom Voraussetzung für das Gelingen des Umstiegs. „Wir dürfen künftig nur noch die effizientesten Anlagen zur Erzeugung von erneuerbarem Strom fördern, um die klimaneutrale Wasserstofftechnologie erfolgreich einsetzen zu können,“ so Culik abschließend.

Rückfragen & Kontakt:
FCIO Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs
Dorothea Pritz
+43(0)5 90 900-3364
pritz@fcio.at
www.fcio.at

Quelle: APA/OTS Wirtschaft

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