Greenpeace: Zusätzlich rund 20 Millionen Pakete durch Online-Shopping zu Weihnachten

Schnäppchenjagd verursacht hohe Emissionen und Müllberge – Greenpeace fordert strenge Umweltvorgaben für Produzenten und Händler

Greenpeace warnt zu Weihnachten vor unüberlegter Online-Schnäppchenjagd. Eine Analyse der Paketdaten und Online-Händler zeigt einen klimaschädlichen Trend zu Wegwerfprodukten und hoher Retourenquote. Besonders zur Weihnachtszeit zeigte sich 2022 ein Anstieg des Paketversands um 22 Millionen Pakete. Immer mehr Konzerne wie Temu und Shein werben mit manipulativen Taktiken für Billigprodukte, die oft nach kurzer Zeit im Mistkübel oder in der Schublade landen. Um die Wegwerfproduktion und Paketflut einzudämmen, fordert Greenpeace ein starkes Lieferkettengesetz und die rasche Umsetzung der Ökodesign-Verordnung.

“Die unsichtbaren Folgen der Paketflut sind Ausbeutung der Natur, verschwendete Ressourcen und wachsende Müllberge. Es kann nicht sein, dass klimaschädliche Wegwerfprodukte den Markt überschwemmen und gleichzeitig langlebige, umweltfreundliche Produkte und Reparaturen schwer verfügbar und teuer sind. Die Bundesregierung und insbesondere ÖVP-Wirtschaftsminister Martin Kocher müssen sich für ein starkes Lieferkettengesetz und eine rasche Umsetzung der Ökodesign Verordnung einsetzen”, fordert Lisa Panhuber, Kreislaufwirtschaftsexpertin von Greenpeace in Österreich.

Knapp ein Drittel der gesamten Pakete in Österreich wird in der Weihnachtszeit verschickt. Diese verursachen zusätzlich 22.000 Tonnen CO2-Emissionen und 5.500 Tonnen Kartonabfälle. Laut Analysen ist jedes vierte Paket, das zwischen Händler und Konsument:innen (B2C) verschickt wird, eine Retoure. Gerade diese Zusatzwege erhöhen die Transportemissionen enorm. Denn die CO2-Emissionen pro Retoure belaufen sich laut Retourenforschung auf 1,5 Kilogramm – das entspricht in etwa denselben CO2-Emissionen, die ein österreichischer Haushalt pro Tag durch seinen Stromverbrauch verursacht. In viel zu vielen Fällen werden die Retouren zudem nicht weiterverkauft, sondern entsorgt – wie Greenpeace-Recherchen in der Vergangenheit gezeigt haben. Auch die Paket-Müllberge wachsen an – im Jahr 2022 fielen im Versand zwischen Händler und Konsument:innen über 38.000 Tonnen Kartonmüll an. Eine verpflichtende Mehrwegvorgabe für Transportverpackungen solle diese Abfallmenge reduzieren, fordert die Umweltschutzorganisation.

Im europäischen Pro-Kopf-Paketaufkommen liegt Österreich im Spitzenfeld auf Platz 3. Immer mehr internationale Versandhändler wie Temu, Shein oder AliExpress überschwemmen den Markt mit kurzlebigen, klimaschädlichen Billigprodukten. Temu ist erst seit Ende April am österreichischen Markt und hat mit über 800.000 Downloads die höchsten Downloadzahlen im Handel. Greenpeace appelliert auch an Konsument:innen, sich nicht zum unüberlegten Einkauf drängen zu lassen. “Online-Shops wie Temu oder Shein treiben die umweltschädliche Wegwerfproduktion auf die Spitze. Für den kurzfristigen Kick beim Einkaufen, müssen jedoch Menschen und Umwelt in den Herstellungsländern den Preis zahlen. Wir alle, aber insbesondere die Politikerinnen und Politiker, müssen uns dafür einsetzen, dass die Produkte, die wir kaufen, sinnvoll und langlebig sind und unter guten Bedingungen hergestellt werden”, so Panhuber.

Das Hintergrundpapier mit den Berechnungen zum Paketaufkommen und Bildmaterial finden Sie hier:
https://act.gp/3GqcJXv

Unter Angabe der vermerkten Credits steht das Bildmaterial kostenfrei zur redaktionellen Nutzung zur Verfügung.

Rückfragen & Kontakt:
Lisa Panhuber
Expertin für Kreislaufwirtschaft
Greenpeace in Österreich
Tel.: + 43(0)664 6126712
E-Mail: lisa.panhuber@greenpeace.org

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