Initiative für Reaktivierung der Lavanttalbahn

Mit der bald bevorstehenden Eröffnung der Koralmbahn zwischen Kärnten und der Steiermark rücken auch die Zubringerstrecken der neuen Hochleistungsverbindung verstärkt in den Fokus. Eine von ihnen ist die Lavanttalbahn, auf der allerdings zurzeit lediglich im Abschnitt zwischen Bad St. Leonhard und Wolfsberg Güterzüge fahren.

Das wollen Leitbetriebe aus der Region gemeinsam mit den neun Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern des Bezirkes Wolfsberg sowie den angrenzenden steirischen Gemeinden Obdach und Weißkirchen und dem Regionalmanagement Lavanttal ändern. Gemeinsam fordern sie die vollständige Reaktivierung der Lavanttalbahn auf ihrer gesamten ehemaligen Streckenführung für den Personen- und Güterverkehr.  

Im Rahmen einer auf Einladung von Gerhard Oswald, Obmann der Wirtschaftskammer-Kärnten-Bezirksstelle Wolfsberg, stattgefundenen regionalen Entwicklungskonferenz in Bad St. Leonhard wurde eine gemeinsame Petition präsentiert und die weiteren Schritte für eine erfolgreiche Umsetzung der Wiederbelebung der Lavanttalbahn erläutert und diskutiert. Denn mit der Inbetriebnahme der Koralmbahn in Kärnten Ende dieses Jahres wird die Nebenbahnlinie deutlich an Attraktivität gewinnen.

Die Unterstützer des Vorhabens, darunter die beiden Kärntner Nationalratsabgeordneten Weber und Weidinger sowie der Europäische Ausschuss der Regionen in Brüssel, argumentieren mit der Stärke des Wirtschaftsraumes. Schon einmal nämlich hat eine Investition in die Infrastruktur – der Bau der A2 Südautobahn – dem Lavanttal als fördernder Faktor für die Gesamtentwicklung gedient.

Seit Ende der 80er-Jahre hat sich die Anzahl der unselbstständig Erwerbstätigen in der Region auf über 20.400 mehr als verdoppelt. Das Lavanttal ist damit eine sehr bedeutende ArbeitgeberInnen-Region in Kärnten. Als solche verfügt sie über eine starke Unternehmensstruktur mit vielen namhaften Leitbetrieben insbesondere im produzierenden Bereich und einer großen handwerklichen und gewerblichen Tradition.

Speziell in der Metall- und Holzverarbeitung kann das Lavanttal auf eine exzellente Werkstoffkompetenz zurückgreifen. Die Region darf sich zurecht auch als „Baumeister“ Kärntens bezeichnen – der Bausektor hat als Wirtschaftszweig und ArbeitgeberIn im Vergleich mit anderen Regionen überproportional hohe Relevanz. Das Lavanttal verfügt nicht nur über das höchste Bruttomedianeinkommen aller Kärntner Regionen, sondern sticht auch als FacharbeiterInnen-Region (mehr als 45 Prozent der Bevölkerung haben einen Lehrabschluss) positiv hervor.

“Die Lavanttalbahn ist eine wichtige Ader, um den Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu bekommen. Ohne Bahn sind wir in der Region hinsichtlich Nachhaltigkeit und CO2 Bilanz nicht gut aufgestellt“, warnte Christian Scharf von Stora Enso WP in Bad St. Leonhard. Aus diesem Blickwinkel ist eine Investition in die Lavanttalbahn nicht nur eine verkehrspolitische Entscheidung, sondern auch als zentraler Beitrag zur Dekarbonisierung und zum Klimaschutz zu sehen.

„Wir transportieren derzeit täglich rund 600 Tonnen mit dem Lkw über den Straßenweg. Ein Transport via Schiene ist unter den jetzigen Umständen nicht wirtschaftlich, wird aber auf Grund des Ökologischen Fußabdrucks angestrebt“, so Werner Kollenc, KLH Massivholz Wiesenau GmbH in Bad St. Leonhard.

„Der noch vorhandene Güterzug ermöglicht uns den täglichen Transport von rund dreiviertel der Waren auf der Schiene. Was jetzt noch fehlt ist die Reaktivierung des Personenzuges für die Arbeiternehmerinnen und Arbeitnehmer“, unterstrich Philipp Neuhold, SCM Mondi Frantschach in St. Gertraud die Wichtigkeit des Schulterschlusses zwischen Politik und Wirtschaft.

www.wko.at

Quelle: OEVZ

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