|

„Kranker Kreislauf“: Mercosur-Abkommen bringt 180 Millionen Kilo Tiefkühl-Huhn in EU

Initiative oekoreich sieht in neuer Studie den Frontalangriff auf Klima, Konsumenten & Landwirte durch Pakt dokumentiert und fordert nun Importverbote statt Importförderung.

Die von MEP Thomas Waitz vorgestellte neue Studie des Instituts de l’Elevage zu den Auswirkungen des geplanten EU-Mercosur-Abkommens enthält politischen Sprengstoff. Für die Bürgerinitiative oekoreich, Nachfolgerin des österreichischen Tierschutzvolksbegehrens, sind nun drei konkrete Beweise dafür erbracht worden, dass das Abkommen einen Frontalangriff gleichermaßen auf Konsumentinnen wie Bäuerinnen darstellen würde:

• Rindfleisch-Importe in EU würden bis zum Jahr 2030 um 50 Prozent ansteigen
• Künftig über 180 Millionen Kilogramm gefrorenes Huhn aus Brasilien jährlich
• Über 1,35 Millionen Hektar Regenwald würden zusätzlich abgeholzt

Der Schutz von Biodiversität, Klima und Tieren ist nicht verbindlich festgelegt, sondern nur als Empfehlungen formuliert. Dabei werden schon jetzt bestehende nationale Gesetze und internationale Abkommen kaum eingehalten, wie sich an den intransparenten Lieferketten in der Fleischproduktion zeigt. Diese ist einer der Motoren der Regenwaldabholzung, gleichzeitig aber auch eine Profitmaschinerie für Chemie- und Pharmakonzerne aus der EU.

oekoreich: Importverbote statt Importförderung

„Es ist ein kranker Kreislauf: Bei uns verbotene Pestizide, Antibiotika & Hormone werden von Europa nach Südamerika verkauft und dort massenhaft in der Landwirtschaft eingesetzt. Dann wird das Fleisch vom Rind oder Huhn wieder tiefgekühlt über den Ozean gebracht und uns auf die Teller gelegt. Einige Konzerne auf beiden Seiten des Atlantiks verdienen prächtig daran, alle anderen zahlen drauf“, so oekoreich-Sprecher Sebastian Bohrn Mena.

Das Mercosur-Abkommen würde die europäische Mitschuld an Verbrechen gegen Menschen, Tiere & Umwelt in eine vertragliche Form bringen. Das sei die falsche Richtung. Bohrn Mena: „Wir brauchen vielmehr neue Abkommen und Gesetze, die dafür sorgen, dass unter Missachtung von Menschenrechten und Umweltstandards erzeugte Produkte und Rohstoffe nicht mehr in die EU importiert werden dürfen.“
Die Pro-Mercosur-Lobby, bestehend aus Industriellenvereinigung, Wirtschaftskammer, ÖVP-Wirtschaftsbund und NEOS, sei aufgefordert nicht länger den schnellen Profit über die Interessen der Menschen zu stellen. „Wir können die Zerstörung und Ausbeutung der Welt nicht nach Südamerika auslagern und glauben, dass das keine Folgen für uns hier in Europa hat“ so Sebastian Bohrn Mena abschließend.

Rückfragehinweis:
Initiative oekoreich,
+43 660 703 88 64,
initiative@oekoreich.com

Quelle: APA / OTS

Ähnliche Beiträge