Weltpostverein beschließt “Grünes Paket”

Der 4. außerordentliche Weltpostkongress in Riad hat ein historisches “Grünes Paket” beschlossen, einschließlich freiwilliger Klimaschutzziele für den Sektor. 85% Reduktion der CO2 und Treibhausgasemissionen bis 2050.

Redaktion: Florian Seikel

Als Mitglied des Consultative Committees der UPU war der logsitc-natives e.V. mit einer Delegation beim außerordentlichen Kongress des Weltpostverbandes in Saudi Arabien. Hier wurde ein „Grünes Paket“ beschlossen, welches u.a. einen freiwilligen, abgestuften Ansatz zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen im Postsektor festlegt, der auf dem Entwicklungsstand der nationalen Postgesellschaften weltweit basiert, Emissionen zu messen und gezielte Maßnahmen zu ergreifen. Die Mitgliedsstaaten des Weltpostvereins der ersten Stufe (Industriestaaten) reduzieren danach deren Emissionen bis 2030 um 30 %, wobei alle Mitgliedsstaaten (aller drei Stufen) auf eine gemeinsame Reduzierung aller Emissionen um 85 % bis 2050 hinarbeiten.

Laut einem umfassenden Bericht von Intep, Zürich, basierend auf gemessenen Emissionen aus 2021 als Basisjahr, ist eine Reduzierung der Emissionen im Postsektor vertreten durch den Weltpostverein (einer Sonderorganisation der Vereinten Nationen) im *Bereich 1 und im **Bereich 2 bis 2030 um 30% verglichen mit 2021 machbar. Dies kann von benannten nationalen Postbetreibern durch vertretbare, aber gezielte Investitionen in Energieeffizienzmaßnahmen (Fahrzeuge, Gebäude, digitale Infrastruktur, Last-Mile-Konsolidierung) und, soweit möglich, durch den Kauf von Strom aus erneuerbaren Energien erreicht werden.

Darüber hinaus ist auch eine Reduzierung der weltweiten Bereich 1 und Bereich 2 Emissionen der im Weltpostverein vertreten nationalen Postbetreiber um 85% bis 2050, basierend auf dem Basisjahr 2021, erreichbar. Aufbauend auf den Energieeffizienz- und Einkaufsmaßnahmen, die zur Erreichung des Ziels für 2030 erforderlich sind, kann das Ziel für 2050 durch umfangreichere Infrastrukturinvestitionen erreicht werden, die häufig erhebliche Vorlaufzeiten und Finanzierungsvolumina erfordern.

Zu diesen Umsetzungsmaßnahmen gehören die Elektrifizierung eines großen Teils der Fahrzeugflotten, eine groß angelegte Renovierung von Postgebäuden und erhebliche Direktinvestitionen in die lokale Erzeugung erneuerbarer Energien durch nationale Postgesellschaften.

Einrichtung einer speziellen Klimafazilität

Zusätzlich zu den Reduktionszielen legt das auf dem 4. außerordentlichen Weltpostkongress in Riad in der ersten Oktoberwoche verabschiedete Paket einen Rahmen für stärkere Klimaschutzmaßnahmen innerhalb des Postsektors fest, der sich auf Eindämmung, Anpassung und Klimafinanzierung konzentriert und durch eine spezielle Klimafazilität unterstützt wird. Diese Fazilität wird in Abhängigkeit von freiwilligen Beiträgen eingerichtet. Die Vereinigten Arabischen Emirate und Deutschland sagten im Plenum eine teilweise finanzielle Unterstützung zu.

Die Verabschiedung des „Grünen Pakets“ des Weltpostvereins bietet den nationalen Postgesellschaften und den 192 Mitgliedsstaaten auch einen Mechanismus, um ihre grünen Verpflichtungen und Ambitionen durch die Unterzeichnung der „Postal Climate Transparency Action-Erklärung“ sichtbarer zu machen. Zusammengenommen senden diese Erklärungen eine einheitliche Botschaft an interessierte Gruppen, dass der Postsektor transformative Klimaschutzmaßnahmen unterstützen möchte. Die logistic-natives wurde zum „Rapporteur“ der neuen Arbeitsgruppe „Sustainability“ des Consultative Committees der UPU gewählt und können daher maßgeblich die Entwicklungen vorantreiben. Wer weitere Informationen hierzu erhalten möchte oder wer aktiv an der Gestaltung teilnehmen möchte, kontaktiert bitte Florian Seikel (Managing Director logistic-natives e.V., florian.seikel@logistic-natives.com).

*Bereich 1: Direkte Emissionen aus Treibstoff, der von Postfahrzeugen oder zum Heizen und Kühlen von Postgebäuden verwendet wird.
**Bereich 2: Indirekte Emissionen aus Strom- oder Heiz- und Kühldienstleistungen, die von Postbetreibern gekauft werden. (RED)

Quelle: LOGISTIK express Ausgabe 4/2023

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