Wien arbeitet an der klimafreundlichen Paketzustellung

In einem mehrjährigen Pilotprojekt, begleitet von tbw research und der TU Wien, wird in Wien untersucht, wie die umweltfreundliche Paketzustellung der Zukunft aussehen könnte. Zwei Testläufe gab es bereits, mit einem Catering-Unternehmen bei einer Straßenbahnremise in Kagran (Herbst 2019) und einen bei der Busgarage Ottakring mit dem Paketlogistiker DPD (Frühjahr 2020).

Am 5. Oktober startete der dritte Testlauf, dies erneut mit DPD Austria und Lastenrädern, doch dieses Mal unter der U-Bahn-Trasse bei der U2-Station Stadlau. „Wir wollen in unserer Stadt eine klimafreundliche Paketzustellung forcieren, und dabei ist die Nutzung von Öffi-Flächen, die tagsüber nicht verwendet werden, ein guter Ansatz“, so Umwelt- und Öffi-Stadträtin Ulli Sima. Die Zustellung mit Lastenfahrrädern spare klimaschädliches CO2 ein und reduziere zudem innerstädtischen Lkw-Verkehr.

Viele Paket-Logistikzentren liegen außerhalb der Stadt. Die Distanzen für Lastenräder sind oft zu groß und daher wird mit dem Lkw ausgeliefert. Gleichzeitig stehen Garagen und Remisen von Wiens Bussen und Straßenbahnen stehen untertags leer – alle Fahrzeuge sind auf den Straßen Wiens unterwegs. Aber auch unter U-Bahn-Trassen gibt es innerstädtischen Platz, der von Paketzustellern mit Lastenrädern untertags genützt werden kann.

Bei der Testserie nutzen Paketzusteller Bus- und Bim-Garagen sowie ungenutzte Flächen bei U-Bahn-Stationen als Umschlagplatz für Pakete („Hub“). Die Pakete werden früh morgens vom Paketzusteller zur U-Bahn-Station Stadlau am Hans-Mayr-Platz geliefert. Für diesen Testlauf wurde erstmals extra ein Container aufgestellt. Ein Fahrer der Firma Heavy Pedals sortiert sie entsprechend der geplanten Route in den Radcontainer und liefert sie mit einem Lastenrad an die EmpfängerInnen in der Umgebung aus.

„Der Vorteil dieses Pilotprojektes liegt auf der Hand: Lastenfahrräder sparen jede Menge klimaschädliches CO2 ein und reduzieren zudem innerstädtischen Lkw-Verkehr. Für solche zukunftsweisenden Projekte stellen wir sehr gerne unsere freien Flächen zur Verfügung. Denn die Klimakrise können wir nur bewältigen, wenn wir alle an einem Strang ziehen“, so Günter Steinbauer, Geschäftsführer der Wiener Linien, über den Projektverlauf.

„Als größter privater Paketdienstleister Österreichs sind wir laufend auf der Suche nach innovativen Zustell-Konzepten. Es freut uns, am Ausbau von weiteren Lösungen für die urbane Logistikstruktur mitwirken zu können und sind mit den bisherigen Testläufen sehr zufrieden“, so Daniel Neumann, Geschäftsführer von Gebrüder Weiss Paketdienst GmbH, dem größten Gesellschafter von DPD Austria.

www.dpd.at; www.wienerlinien.at

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