Dekarbonisierung der Transportlogistik

Mag. Oliver Wagner Geschäftsführer des Zentralverbandes für Spedition & Logistik spricht sehr ausführlich über das Thema Dekarbonisierung der Transportlogistik und fordert von Politik und Wirtschaft mehr Unterstützung für die Branche.

Dekarbonisierung der Transportlogistik

Der Geschäftsführer des Zentralverbands Spedition & Logistik, Oliver Wagner, kennt den Ruf der Politik nach mehr Gütertransport auf der Schiene. Der Haken: „Schon jetzt gibt es Kapazitätsengpässe, das zeigt sich auch im Personenverkehr. Obwohl der Anteil des Warentransports auf der Schiene kürzlich nachgelassen hat, sind wir noch auf Platz drei in Europa mit einem Modalsplitanteil von 30 Prozent – mit der heutigen Infrastruktur wären schon 40 Prozent Anteil unmöglich zu bewerkstelligen.“

Die Dekarbonisierung des Schwerverkehrs ist vor allem ein gewaltiger Kostenfaktor, mindestens 50.000 LKW in Österreich müssten umgerüstet werden. Darum sieht Wagner das endlich angelaufene ENIN Förderprogramm positiv – wenn auch mit zwei Wermutstropfen: „Die Dotierung ist zu gering, 150 Millionen sind bei weitem nicht genug. Und die eFuels sind in dem Programm nicht inkludiert. Dabei wird es verschiedene Lösungen geben, denn Elektro-LKW haben noch massive Probleme hinsichtlich Reichweite, Batteriegewicht und Ladedauer.

Ein herkömmlicher Diesel-LKW kann theoretisch 24/7 fahren, wenn man den Lenker austauscht. Damit kann der Elektro-LKW nicht mithalten.“ Wasserstoff-LKW hingegen wären durchaus eine Alternative, da sie ein ähnliches Gewicht und Reichweite aufweisen wie Diesel-LKW, aber: „Momentan sind sie noch extrem teuer, und zudem fehlt die Tankstellen-Infrastruktur.“ Da Transporte nicht (ewig) an der Grenze Halt machen, fordert Wagner eine zumindest innerhalb Europas einheitliche, gemeinsame Lösung – bei der Infrastruktur, aber etwa auch hinsichtlich der Maut.

„Die Branche hat großes Interesse an der Umsetzung und rascher Dekarbonisierung, aber derzeit fehlen noch die ultimative Technologie, Geld und eine verbindliche politische Roadmap“ Von der aktuellen Legislaturperiode ist Wagner enttäuscht, er hatte sich insbesondere mehr Zusammenspiel über Ressorts hinweg erwartet, und auch ein bundesweiter Flächenwidmungsplan lässt auf sich warten. (RED)

Quelle: LOGISTIK express Ausgabe 4/2023

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