Digitalisierung, Blockchain, Last-Mile Logistics: Das sind die Lösungs-konzepte des Handels von morgen

19. Juni 2019 11:39
Digitalisierung, Blockchain, Last-Mile Logistics: Das sind die Lösungs-konzepte des Handels von morgen

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Die wachsende Bedeutung des Handels im Netz sowie der Einsatz von KI und moderner Technologien sind die Herausforderungen, mit denen sich die Handelslogistik jetzt und in Zukunft auseinandersetzen muss. Das wurde Ende März auf dem Handelskongress Log 2019 deutlich, der sich in diesem Jahr erstmals unter dem gemeinsamen Dach von EHI Retail Institute, GS1 Germany, Bundesvereinigung Logistik (BVL) und Markenverband präsentierte.

REDAKTION: KARIN WALTER

E-Commerce und Omnichannel-Handel bestimmen schon seit vielen Jahren die Entwicklung in der Handelsszene. Digitalisierung, Big Data, Künstliche Intelligenz und Machine Learning sind wichtige Zukunftsthemen, bei denen es darum geht, das Einkaufen im Netz sowie das Einkaufen im Markt für die Kunden einfacher, angenehmer und effektiver zu gestalten. Auf dem Handelslogistikkongress Ende März in Köln wurden dazu einige bereits realisierte Lösungskonzepte vorgestellt – etwa die in dem Food Fulfillment Center „SCARLET one“ umgesetzte Digitalisierungsstrategie des Kölner Rewe-Konzerns, die eindrucksvoll vermittelt, wie ernst es dem Unternehmen ist, wegweisende zukunftsfähige E-Commerce-Lösungen weiterzuentwickeln.

Handel und Logistik werden miteinander eng verflochten.
Laut Christoph Eltze, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der 2014 gegründeten Rewe Digital GmbH, legt der Konzern seit einigen Jahren einen wesentlichen Augenmerk auf die enge Verflechtung von Handel und Logistik, um sich den immer weiter steigenden Kundenerwartungen an die Lieferbereitschaft und Lieferfähigkeit zu stellen.

Die richtungsweisende Digitalisierung und Technologisierung des im vergangenen Jahr im Kölner Umland neu eröffneten Rewe Food Fulfillment Centers sei eine wichtige Voraussetzung dafür, die Verfügbarkeit der Waren weiter zu erhöhen, neue Sortimente aufzunehmen, das Belieferungsgebiet nachhaltig auszuweiten, die Flexibilität für Kunden zu erhöhen und zugleich die Wirtschaftlichkeit weiter zu stärken. „SCARLET one“ ist jedoch bei weitem nicht die einzige Maßnahme, die beim Kölner Handelskonzern zurzeit ganz oben auf der Agenda der vorangetriebenen Digitalisierungs- und Technologisierungsschritte steht. Innovative Handelskonzepte treibt der Online-Lösungsanbieter aus dem Rewe-Konzern auch in zahlreichen weiteren Projekten vehement voran: Beispielsweise setzt sich ein kleineres Team an Mitarbeitern seit geraumer Zeit mit der Fragestellung auseinander, ob die Einführung kassenloser Supermärkte mit Hilfe produkterkennender Verfahren – ähnlich wie bei Amazon Go – auch für die Märkte in Deutschland ein denkbares Szenario ist. Neue mobile Handelsformate und moderne Belieferungskonzepte für den ländlichen Raum spielen in den Überlegungen des Rewe-Konzerns ebenfalls eine große Rolle.

Bringmeister setzt auf intelligente Haustürschlösser.
Der zum Edeka-Konzern gehörende Lebensmittel-Lieferdienst Bringmeister setzt mit seiner aktuellen Last-Mile-Lösung für die E-Food-Branche auf ein besonders pfiffiges Konzept der Warenzustellung: Der Lieferdienst wirbt damit, frische Waren auf Wunsch des Kunden auch direkt in den Kühlschrank zu liefern. Wer den Haushaltsservice „Cary“ nutzt, kann mittels intelligenter Haustürschlösser, so genannten Smart Locks, den Lieferanten von Bringmeister Zugang zu seiner Wohnung gewähren. „Basis, um einen Service wie diesen zu integrieren, ist Vertrauen“, betonte Robert Köbsch, Head of Supply Chain & Logistik bei Bringmeister auf dem Handelslogistikkongress in Köln. Das Konzept bietet aus seiner Sicht auf der anderen Seite jedoch eine große Chance für die effiziente und kostengünstige Warenzustellung.

Ladungsträgermanagement mittels Blockchain.
Auf Zusammenarbeit und ein großes Maß an Vertrauen zwischen den Kooperationspartnern setzt das im vergangenen Jahr unter der Federführung von GS1 Germany initiierte Pilotprojekt für das Ladungsträgermanagement mittels der Blockchain-Technologie, an dem die Beiersdorf AG sowie die Drogeriemarktkonzern dm beteiligt waren. Kern des Projekts war, den vielfach praktizierten, papiergebundenen Zug-um-Zug-Palettentausch mittels Palettenscheinen durch ein wesentlich effizienteres Blockchain-Verfahren zu ersetzen. In den ersten beiden Schritt des Projektes galt es, sich auf einheitliche Prozessabläufe zu verständigen, die technische Systemarchitektur festzulegen und die Art der eingesetzten Blockchain-Methodik zu definieren.

Die Entwicklung der Simulationsumgebung und eines Prototyps stand im dritten Schritt an – ebenso wie die Durchführung eines Testlaufs. Der eigentliche Blockchain-Test erfolgte Ende vergangenen Jahres in Phase vier. Zusammen mit der Ergebnis-Auswertung bildet sie die Grundlage für den zurzeit im Gange befindlichen fünften Schritt: der Ableitung einer Handlungsempfehlung für die Praxis. Fazit der auf dem Kölner Podium anwesenden Projektbeteiligten: Die Technologie an sich bietet ein großes Potenzial. Man habe jedoch festgestellt, dass zum Thema „Datentausch“ durchaus auch Befindlichkeiten zwischen den Projektpartnern dm und Beiersdorf im Raum gestanden hätten.

Wie sich Galeria Karstadt Kaufhof in der Logistik neu erfindet.
Große Veränderungen bahnen sich derweil auch beim neuen Warenhausgiganten Galeria Karstadt Kaufhof an. Das Handelsunternehmen verkündete in Köln, mit Fiege X Log, einem 50:50-Joint Venture des Warenhauskonzerns mit dem Logistikdienstleister Fiege bereits ab dem Jahr 2020, selbst in das Logistikgeschäft einzusteigen. „Wir wollen innovative Omnichannel-Lösungen entwickeln und werden in diesem Zuge auch unsere eigene Logistik vermarkten“, sagte Hendric Fiege, Geschäftsführer von Fiege X Log vor den rund 450 nach Köln angereisten Kongressteilnehmern. Geplant sei die Gründung eines vernetzten Marktplatzes mit einer entsprechenden Verschränkung von Online- und Offline-Angeboten. Im Augenblick sei man dabei, ein entsprechendes Logistikkonzept zu erarbeiten.

Fiege kündigte an, weitere Logistikdienstleister als Partner in das Konzept mit einbinden zu wollen. Die Filialen selbst könnten zu regionalen City-Hubs weiterentwickelt werden, von denen aus die Belieferung der Endkunden innerhalb von Wunschzeitfenstern erfolgen kann. Mit dem Maßnahmenpaket verfolgt der größte deutsche Warenhauskonzern, seine seit dem Jahr 2005 an DHL outgesourcte Logistik wieder ins eigene Unternehmen zurückzuholen. (WAL)

Quelle: LOGISTIK express Ausgabe 2/2019

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