Frost und Sullivan: Türkei sollte schnell handeln, um sich im Markt für Elektrofahrzeuge zu etablieren

Mit ihrer Kompetenz im Bereich Automobilherstellung und Fahrzeugtechnik ist die Türkei startklar, um ein globaler Hersteller von Elektrofahrzeugen und Akkus zu werden. Dafür sind jedoch ein größeres Engagement seitens der Regierung sowie höhere Investitionen, ein klar definiertes Akku-Preismodell und eine verbesserte Ladeinfrastruktur erforderlich.

Laut der Unternehmensberatung Frost und Sullivan soll der weltweite Markt für Elektrofahrzeuge bis 2015 auf 1,2 Millionen Einheiten anwachsen, bei 43 Fahrzeugherstellern mit insgesamt 75 verschiedenen Elektrofahrzeug- Modellen. Bis zum Jahr 2020 dürften überall zwischen sieben und zwölf Prozent der gesamt verkauften Fahrzeuge Elektrofahrzeuge sein. Europa und Nordamerika sind hierbei in diesem Jahrzehnt die beiden stärksten Märkte für Elektrofahrzeuge. „Obwohl die Industrie für Elektrofahrzeuge in der Türkei noch in den Anfängen steckt, geben OEMs wie Renault und Fiat ihre Absicht bekannt, Elektrofahrzeuge dort herzustellen, und die Regierung bereitet sich darauf vor, ihre staatlichen Pläne für Elektrofahrzeuge vorzustellen“, erklärt Hilal Cura, Research Analyst für den Bereich Automotive und Transportation bei Frost und Sullivan über die Position der Türkei in der neuen Ära der E-Mobilität.

OEMs konzentrieren ihre Bemühungen zurzeit stark darauf, Elektrofahrzeuge in der Türkei zu fördern. Renault-Nissan wird Ladenetzwerke und Elektrofahrzeuge für Flottendienste in Ankara und Istanbul bereitstellen. Fiat hat mit seinem Partner Tofas Türk Otomobil Fabrikasi A.S, die Herstellung der Elektroversion des Fiat Doblo begonnen.  BD Automotive arbeitet mit dem chinesischen Hersteller BYD daran, bis 2011 die ersten Modelle für Elektrofahrzeugsakkus zu importieren. Der Akku-Hersteller Inci Akü investiert ebenfalls in Forschung und Entwicklung von Batterien für Elektrofahrzeuge.

Die ausschlaggebenden Faktoren, um den Markt für Elektrofahrzeuge voranzutreiben, sind jedoch Akku-Preismodell und Ladeinfrastruktur. „Der Lithium-Ionen-Akku erhöht die Kosten für das Fahrzeug um 7.500 – 9.500 Euro. Um diese zusätzliche Last zu verringern, sollten OEMs und Batteriehersteller zusammenarbeiten und Energie-Pakete mit Batterie-Leasing anbieten“, meint Cura. „Um eine effiziente Nutzung der Elektrofahrzeuge zu gewährleisten, sollte die Regierung im ersten Jahr mindestens vier Ladestellen pro Fahrzeug installieren, wobei dies in der Folge auf 2,5 Ladestellen pro Fahrzeug im fünften Jahr heruntergefahren werden kann. Dies wird der Stahl-, Kommunikations- und Elektronik-Branche Aufwind geben und gute Chancen ermöglichen.”

Es besteht kein Zweifel darüber, dass die OEMs ein hohes Potential für Elektrofahrzeuge in der Türkei sehen. Die Regierung muss jedoch ihre Position deutlicher klären und Zuschüsse und Anreize  für OEMs und andere Industriezweige zur Verfügung stellen. „Dadurch können Arbeitsplätze in der Türkei geschaffen bzw. gehalten werden, die sonst in andere osteuropäische Länder oder asiatische Länder wie Indien und China abwandern würden“, gibt Cura zu Bedenken. „Gleichzeitig und parallel hierzu müsste durch staatliche Anreize für Käufer von Elektrofahrzeugen ein inländischer Markt für Elektrofahrzeuge geschaffen werden. Die Türkei ist zweifelsfrei in der Lage, diese Gelegenheit wahrzunehmen, aber sie muss sich intern einigen und schnell handeln.“

Bei Interesse an weiteren Informationen zum türkischen Markt für Elektrofahrzeuge, wenden Sie sich bitte unter Angabe Ihrer vollständigen Kontaktdaten an Katja Feick – Corporate Communications (katja.feick@frost.com). Die Informationen werden Ihnen nach Eingang der Kontaktdaten per E-Mail zugesendet.

Quelle: Frost und Sullivan

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