„KoMoDo“: Ein Gemeinschaftsprojekt unter 5 KEP-Dienstleistern für Berlins letzte Meile

16. April 2018 17:00

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Einer für alle, alle für einen! – So könnte das Motto des Projekts „KoMoDo“ (Kooperative Nutzung von Mikro-Depots durch die Kurier-, Express-, Paket-Branche für den nachhaltigen Einsatz von Lasträdern in Berlin) lauten. Denn erstmals testen die fünf größten Paketdienstleister Deutschlands die Paketauslieferung mit Lastenfahrrädern. Testgebiet ist der Berliner Bezirk Prenzlauer Berg.

Für die Entwicklung urbaner Logistikkonzepte könnte das Gemeinschaftsprojekt „KoMoDo“ der Start eines neuen Zeitalters bedeuten. Hinter der Abkürzung „KoMoDo“ verbirgt sich der sperrige Name „Kooperative Nutzung von Mikro-Depots durch die Kurier-, Express-, Paket-Branche für den nachhaltigen Einsatz von Lasträdern in Berlin“, was kurz und knapp die Zusammenarbeit der fünf größten Paketdienstleister Deutschlands (DHL, DPD, GLS, Hermes und UPS) bei der Paketauslieferung mit Lastenrädern meint.

Die letzte Liefer-Meile in den Vierteln ist ein idealer Einsatzort für Lastenräder.

Bei dem Pilotprojekt teilen sich die KEP-Dienstleister eine Logistikfläche bestehend aus mehreren Mikro-Depots. Betrieben werden die Mikro-Depots von der Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft mbH (BEHALA). Weitere involvierte Projektpartner sind neben DHL, DPD, GLS, Hermes und UPS die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz sowie der Projektkoordinator LogisticNetwork Consultants GmbH (LNC). Finanzielle Förderung erhält das Projekt durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative.

Regine Günther, Berliner Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz: „Mikro-Depots sorgen für eine neue Stimmung in unseren Kiezen. Statt brummender Diesel-Transporter hören die Menschen künftig häufiger das Klingeln der Lastenräder. Sauber, sicher, leise und klimafreundlich – das ist die neue Mobilität in Berlin. Die letzte Liefer-Meile in den Vierteln ist ein idealer Einsatzort für Lastenräder. Alle großen Logistikunternehmen beteiligen sich an diesem Projekt, ich bin sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit.“

Kooperative und anbieteroffene Lösung.
Ab Juni 2018 bis Ende Mail 2019 werden auf einer Fläche an der Eberswalder Straße die Mikro-Depots, Installation und Betrieb erfolgt durch die BEHALA, stehen, wobei jeder KEP-Dienstleister einen separaten Container für die Zwischenlagerung erhält. Die Zustellung liegt weiterhin in der Hand der einzelnen Projektpartner. Diese erfolgt durch unternehmenseigenen Cargobikes. Ziel des Gemeinschaftsprojekts ist es, nachhaltige Lösungen für den Gütertransport in urbanen Gebieten zu entwickeln und zu erproben, heißt es in der Meldung des Projektkoordinators LogisticNetwork Consultants GmbH. Der Fokus liegt dabei vor allem auf einer kooperativen und anbieteroffenen Lösung, um die wenigen vorhandenen Flächen optimal zu nutzen, sodass die urbane Logistik möglichst stadtverträglich in Berlin integriert werden kann.

Bei sämtlichen Pilotprojekten, die die Paketzustellung mit Mikro-Depots und Lastenrädern thematisierten, arbeiteten die KEP-Dienstleister in erster Linie allein. So testet beispielsweise in Hamburg UPS im Rahmen des SMILE-Programms, DPD macht hingegen Nürnberg zum Versuchslabor. Sämtliche Dienstleister haben bisher positive (Zwischen-)Bilanzen ziehen können und planen eine Ausweitung der Projekte auf weitere Städte. Wie wichtig Lastenräder, bzw. Cargobikes, mittlerweile sind, zeigt zum einen die geplante Gründung eines nationalen Radlogistikverbandes als auch die zum 01. März 2018 in Kraft getretene Kleinserien-Richtlinie des Bundesumweltministeriums. Die Richtlinie verspricht die finanzielle Förderung von klimaschutzfördernden Produkten wie E-Bikes und Lastenräder.

© artplay – shutterstock.com

Quelle: Logistik-watchblog

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