Smarte Logistikplattform

www.efreight.ch, die digitale, Internet basierte B2B Transaktions- und Informationsplattform für Gütertransporte, bringt Effizienz und Transparenz, Zeit- und Kosteneinsparungen in der globalen Beschaffung und Distribution. Sie steht auch österreichischen Firmen offen und ist vor allem für Unternehmen im Wirtschaftsraum Vorarlberg interessant.

Beitrag: Arne Mielken.

Im Zuge der digitalen Transformation unserer Wirtschaft wächst die Bedeutung von Intermediären, die als zentrales Bindeglied mehrere Firmen oder Gruppen über digitale Plattformen miteinander verbinden. Im Gegensatz zu traditionellen, bilateralen Geschäftsbeziehungen unterstützen Plattformen standardisierte Interaktionen zwischen sehr vielen Akteuren und können dadurch Effizienz und Transparenz steigern sowie Transaktionszeit und -kosten senken. B2B-Plattformen lassen sich zudem relativ einfach mit Hilfe von Schnittstellen in bestehende IT-Landschaften integrieren. Sie bieten KMU die Chance, ohne hohe Investitionen auf den „digitalen Zug“ aufzuspringen und von den Vorteilen zu profitieren.

Die Schweiz hat früh das Potenzial der Plattformökonomie erkannt. Mit der Gründung der efreight AG im Juli 2017 hat die Digitalisierung, insbesondere der Luft- und Seefrachtabwicklung, an Schubkraft gewonnen. Aktionäre sind die Logistik-Branchenverbänden IG AirCargo Switzerland und SPEDLOGSWISS sowie SSC – Swiss Shippers’ Council und VNL – Verein Netzwerk Logistik. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) hat die Entwicklung der Internet basierten B2B-Transaktions- und Informationsplattform massgeblich mit einer Teilfinanzierung unterstützt.

Digital multi-modal.
Die efreight AG bietet sämtlichen Teilnehmern der Logistikkette (Industrie, Handel, Logistikdienstleistern und Zollagenten) sowie allen Verkehrsträgern (Lkw, Bahn, Schiff und Flugzeug) die Möglichkeit, sich weltweit zu vernetzen und Informationen, Statusmeldungen sowie Fracht- und andere Begleitpapiere im gesamten Transport-Prozess elektronisch auszutauschen bzw. Papierdokumente durch PDFs oder Daten zu ersetzen. Der elektronische Datenaustausch wird dadurch schneller und sicherer. Dank Statusrückmeldungen kann der Verlauf von Sendungen weltweit in Echtzeit überwacht werden. Ausserdem werden mehrfache Datenerfassungen entlang der gesamten Transportkette und Fehler, wie sie bei einer manuellen Dateneingabe häufig vorkommen, vermieden. Die gespeicherten Daten ermöglichen zudem umfangreiche Auswertungen über Verspätungen, Fehlleistungen und Ähnliches sowie anschliessende Optimierungen. Qualitätsmanagement und Dienstleistungsqualität verbessern sich.

Akzeptanz steigt.
An die 400 Anwender auf allen Kontinenten arbeiten bereits auf der efreight-Plattform. Zu den aktiven Nutzern gehören Schweizer Lebensmittelhersteller, Detailhändler, Chemie- und Pharmaunternehmen sowie über 50 Spediteure weltweit und einige namhafte Fluggesellschaften.

Seit kurzem wickelt auch die Coop Genossenschaft ihre internationalen Gütertransporte über die Transaktionsplattform ab. In einem ersten Projektschritt wurde eine Schnittstelle zwischen dem firmeneigenen SAP-System zur efreight-Plattform für die Transportaufträge und Status-Rückmeldungen eingerichtet. und die ersten Dienstleister für Strassentransporte in Europa integriert. Diese Projektphase konnte im Sommer 2018 abgeschlossen werden.

In einem zweiten Schritt werden nun die Dienstleister mit den Containernachläufen (Bahn, Rhein, Strasse) von den europäischen Löschhäfen, weitere Spediteure in den Europa-Verkehren sowie die LCL-Transporte aus dem Fernen Osten mit der Plattform verknüpft. In der letzten Projektphase sollen auch die Perishables-Transporte (Früchte und Gemüse) und die damit verbunden Dienstleister in das System integriert werden.

„Mit Hilfe der efreight-Plattform können wir unsere durchgängigen Transportprozesse effizienter und transparenter steuern und überwachen“, sagt Stefan Bauer, Leiter Internationale Transporte bei Coop Genossenschaft, Basel. „Die Plattform bietet Schnittstellen zu allen Verkehrsträgern. Automatische Status-Updates erlauben uns, schneller auf Transportverzögerungen zu reagieren. Die Nachvollziehbarkeit der gesamten Transportkette hilft uns, unsere Lieferqualität vom ausländischen Lieferanten bis in unsere Verteilzentralen weiter zu verbessern.“

Hoher Sicherheitsstandard.
Die vertraulichen Daten der Supply-Chain-Partner sind bei der Weiterleitung und Speicherung auf einem geschützten Rechenzentrum jederzeit vor unerlaubten Zugriffen, z.B. durch Mitwettbewerber, geschützt. Des Weiteren wird den Nutzern eine hohe Verfügbarkeit des Systems ohne Störungen garantiert. Zahlreiche zusätzliche Funktionen für Buchungen, Gefahrgut-deklarationen, Berechnungen des CO2-Ausstosses, Erfassung und Weiterleitung von Fotos, Temperaturmessungen, Zolldeklarationen, etc., erhöhen die Attraktivität.

«Wichtig für unseren Erfolg ist, dass wir als glaubhaft neutrale Transaktionsplattform zuverlässig und seriös arbeiten», sagt Peter Somaglia, Geschäftsführer der efreight AG. «Es gibt inzwischen eine Vielzahl digitale Plattformen weltweit. Viele werden von einzelnen Unternehmen und Kooperationen betrieben. In der Schweiz haben wir als neutraler Anbieter die Nase vorn. Unsere Kostenstruktur ist auch für KMU interessant.»

Abgerechnet wird pauschal und nicht auf Transaktionsbasis. Das System steht auch Firmen in den Schweizer Nachbarstaaten  offen und wird von zahlreichen Unternehmen dort bereits intensiv getestet.

Quelle: LOGISTIK express Ausgabe 1/2019

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