Supply Chain 4.0 – Prozesse überdenken und investieren

27. März 2017 13:13

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Weg von linearen Supply-Chains, hin zu vernetzten Supply-Chain-Ecosystems – dafür bedarf es massive IT-Investitionen. Sonst scheitert die Strategie Supply Chain 4.0.

Die digitale Revolution und der eCommerce-Trend verändern die Liefer- und Distributionsketten in Industrie und Handel. Um zu überleben, müssen Firmen ihre Prozesse überdenken. Wir bewegen uns weg von linearen Supply-Chains, hin zu einer Vernetzung von Supply-Chain-Eco-Systemen in einer globalisierten Welt.

Die IT spielt in einer Strategie Supply Chain 4.0 eine zentrale Rolle. Sie muss einerseits die Kommunikation unter den einzelnen Akteuren der Supply-Chain unterstützen, gleichzeitig die Tätigkeiten und Prozesse in der Supply-Chain koordinieren, synchronisieren und automatisieren. Innovative integrierte IT-Lösungen beschleunigen den Informationsfluss im grenzüberschreitenden Warenverkehr, verbessern die Lieferbereitschaft, erhöhen die Supply-Chain-Transparenz und senken Kosten. Daneben braucht es aber eine Anpassung der eigenen Prozesse auf sich verändernde Kundenwünsche und –erwartungen. Die Einschätzung von Supply-Chain-Managern als Kostentreiber muss sich im Rahmen der Supply Chain 4.0 Strategie in allen Köpfen zum Absatzbeschleuniger ändern.

Die neue Welt
Warenbestellungen werden zunehmend über Internetplattformen abgewickelt. Ebenso erfolgt die Beauftragung von Logistikern und Verkehrsträgern, das Fracht- und Einstandskostenmanagement sowie die Sendungsverfolgung auf Container-, Artikel- oder Stückebene bei immer mehr Unternehmen elektronisch. Doch ihr Anteil liegt in Europa bei geschätzten mageren 10%. Allerdings setzt der Zoll aus Effizienz- und Sicherheitsgründen in immer mehr Ländern auf eine elektronische Abwicklung und treibt so die Digitalisierung im Handel mit voran.

Viele Handelsvorschriften, z.B. bezüglich Sanktionen und Embargos, sind bei global tätigen Firmen mit einem hohen Transaktionsvolumen ohne elektronische Lösungen nicht einzuhalten. Auch das Ausschöpfen von Präferenzabkommen erfordert bei fortschreitender Globalisierung IT Unterstützung. Immer häufiger erfolgt die Kollaboration mit ausländischen Lieferanten über IT-Anbindungen oder Plattformen zum gemeinsamen Informationsaustausch. Softwarelösungen automatisieren und strukturieren die Erfassung von Lieferantenerklärungen, sie vereinfachen die Durchführung von Massenanfragen an mehrere Lieferanten und vereinheitlichen den komplexen Feedback-Prozess. Lieferanten können z.B. ihre Informationen über ein sicheres Portal direkt in das IT-System ihrer Kunden eingeben und ihre zollrelevanten Dokumente, wie z. B. Ursprungszeugnisse, selbst hochladen oder generieren.

Vision und Wirklichkeit
Die Vision ist, dass alle Prozessschritte des Supply-Chain-Managements nach definierten Regeln automatisch gesteuert werden. Dies setzt Kollaboration zwischen Partnern, Kunden und Lieferanten entlang der gesamten Wertschöpfungskette voraus. Es bedeutet ausserdem, dass jedes Teil des Netzwerks bei der Konzeption mitredet, somit Alleingänge, zugunsten von gemeinsam ausgearbeiteten Lösungen, reduziert werden. Im ausgereiften Stadium greift der Mensch nur noch in der Planung und im Notfall ein – das Schlagwort ist Exception-Handling. Ziel ist eine hohe Kosteneffizienz für die gesamte Wertschöpfungskette bzw. das gesamte Wertschöpfungssystem und nicht nur für Teilelemente.

Noch herrscht viel Unsicherheit in der Wirtschaft. Es existieren kaum Definitionen oder Standards für die konkrete Umsetzung einer Strategie Supply Chain 4.0. Derzeit arbeiten noch viele Firmen, insbesondere kleine und mittelständische Hersteller, mit Software-Insellösungen. Bei der Vernetzung entlang der Supply Chain hapert es wegen der Systemvielfalt.

Im Gegensatz zu amerikanischen und englischen Unternehmen wird Schweizer Firmen in zahlreichen Studien eine sehr vorsichtige, evolutionäre Herangehensweise an die digitale Transformation attestiert. Hohe Investitionen in Betriebsmittel und neue IT-Strukturen sowie Datenschutzregeln bremsen den Fortschritt, insbesondere im derzeit unsicheren wirtschaftlichen Umfeld. Dabei besteht durchaus die Möglichkeit einer schrittweisen Umsetzung.

Lösungen
Spezielle, Innovative, modular aufgebaute, skalierbare On-Demand Lösungen ermöglichen eine kosteneffiziente, ganzheitliche Planung und Überwachung von Supply-Chains und die rechtskonforme Durchführung von grenzüberschreitenden Handels- und Logistikprozessen. Sie bieten einen echten Mehrwert, dadurch dass sie den grenzüberschreitenden Warenfluss beschleunigen, die Lieferbereitschaft verbessern und Transport- und Zollkosten sparen helfen. Sie erhöhen die Compliance und Transparenz entlang der gesamten Supply-Chain.

On-Demand-Konzepte ermöglichen eine schnelle Produktivität bei geringen Implementierungskosten. Serviceorientierte Architekturen, die Geschäftsprozesse in kleinere, einfach zu modifizierende Funktionen aufteilen, machen es möglich, auch unternehmensspezifische Regeln m System abzubilden und jederzeit zu verändern.

Effiziente Global-Trade-Management-Lösungen lassen sich zudem in das oder verschiedene unternehmenseigene ERP-Systeme integrieren und zentral steuern. In der neuen digitalen Welt übernimmt das ERP-System die Rolle einer Drehscheibe für die Vernetzung aller Akteure, Produkte und Transportmittel. Allerdings ist eine Anbindung von Spezialanwendungen unumgänglich.

Autor: Thomas Kofler, Geschäftsführer, Amber Road Switzerland AG

 

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