Coronavirus: Non-Food Handel fordert 5 Sofortmaßnahmen, um Umsatzeinbrüche abzufedern

Unkomplizierter Zugang zu Kurzarbeit für KMU & zinsfreie Steuerstundungen von öffentlicher Seite wichtig, um Non-Food Händlern zu helfen. Handelsverband InfoCenter eingerichtet.

Die Auswirkungen des Coronavirus auf den heimischen Non-Food Handel nehmen weiterhin zu. Immer mehr Händler, insbesondere Klein- und Mittelbetriebe (KMU), sind von heftigen Umsatzrückgängen betroffen, wie aus einer breiten Befragung des Handelsverbandes unter Händlern hervorgeht. Sowohl in Innenstädten als auch in Shoppingcentern ist das geänderte Konsumverhalten durch starke Frequenzrückgänge von teils mehr als 30% spürbar. Betroffen sind mittlerweile Non-Food Händler quer durch alle Warengruppen. Um etwaige existenzbedrohende Folgen abzufedern, fordert der Handelsverband ein unmittelbares Stabilitätspaket mit 5 konkreten Sofortmaßnahmen.

 

Maßnahme 1: Erhöhte Budgetmittel für Kurzarbeit vorsehen.

Der Handelsverband appelliert an die Bundesregierung, das Budget für Kurzarbeit erheblich zu erhöhen, damit betroffene Händler aller Größenklassen davon profitieren können. „Wir fordern die Regierung auf, bei den heutigen Gesprächen mit dem AMS ausreichend Vorsorge zu treffen, damit alle betroffenen österreichischen Non-Food Händler das Instrument der Kurzarbeit nutzen können, um Beschäftigungsverhältnisse nachhaltig abzusichern“, so Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes. Als Richtwert schlägt der Handelsverband den Nachweis eines atypischen Umsatzrückganges von 15% vor.

 

Maßnahme 2: Kurzarbeit vor allem für KMU unbürokratisch bewilligen.

Der Zugang zur Kurzarbeit ist insbesondere für viele Klein- und Mittelunternehmen auch außerhalb der Handelsbranche zu kompliziert und langwierig. Bei den Kurzarbeitsvereinbarungen mit dem AMS müssen diverse Fristen eingehalten und die Sozialpartner beigezogen werden. Das alles kostet Zeit, welche die betroffenen KMU derzeit nicht haben. Der Handelsverband fordert für diese Ausnahmesituation eine unbürokratischere Lösung, um Kurzarbeit auch auf Betriebsebene vereinbaren zu können, wenn gewisse Regeln eingehalten werden.

 

Maßnahme 3: Zahlungsaufschübe für Steuern und Abgaben zinsfrei bewilligen.

Betroffene Unternehmen, bei denen die volle Entrichtung der Abgabenschuld zu einer Gefährdung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit führen würde, sollen unbürokratisch Steuerstundungen bewilligt bekommen. Auf die anfallenden Stundungszinsen in Höhe von 4,5% über dem Basiszinssatz soll vom Staat – zumindest für die Dauer der rückläufigen Umsätze, die dem geänderten Konsumentenverhalten durch Corona geschuldet sind – verzichtet werden.

Auch bei verspäteter Entrichtung von Sozialversicherungsbeiträgen soll von der Einhebung von Verzugszinsen abgesehen werden. Hier sollte vor allem an Ein-Personen-Unternehmen, Kleinstunternehmen und den Mittelstand gedacht werden, der das Rückgrat der Volkswirtschaft darstellt, wie von politischen Vertretern stets betont wird.

 

Maßnahme 4: Temporäre Zuschüsse für Mietzahlungen.

Betroffenen Händlern und vor allem KMU soll in dieser Phase seitens der Bundesregierung mit temporären Zuschüssen überbrückend unter die Arme gegriffen werden. Damit können die laufenden Mietzahlungen weiterhin erfüllt werden, auch wenn die Umsätze wegbrechen. Durch die Absicherung der Mietverträge werden die damit einhergehenden Beschäftigungsverhältnisse abgesichert.

 

Maßnahme 5: 100 Millionen Euro Haftungsübernahmen für Working-Capital Kreditlinien im ersten Schritt.

Darüber hinaus fordert der Handelsverband, um der aktuellen Situation in der Branche Rechnung zu tragen, für ein Haftungsvolumen von 100 Millionen Euro an Working Capital-Krediten entsprechende 80-prozentige Staatsgarantien. Diese sollen jene Händler mit Bonität ausstatten, die wegen SARS-CoV-2 mehr als 15% an Umsatzeinbußen verzeichnen und ohne eine 80-prozentige Absicherung von staatlicher Seite keine Überbrückungsfinanzierung erhalten.

Das Instrument würde sicherstellen, dass Banken Working Capital-Rahmen zugestehen oder Linien temporär ausweiten, sofern Kosten für die Warenbeschaffung, Personal und Mietzahlungen nicht mehr gedeckt werden können.

 

Handelsverband hat InfoCenter für betroffene Händler eingerichtet.

„Es braucht ein durchdachtes Paket an Sofortmaßnahmen für Händler aller Größenklassen, die unter Corona-bedingten Umsatzeinbrüchen leiden. Der Fokus muss auch auf KMU aller Branchen liegen, die das volkswirtschaftliche Rückgrat Österreichs bilden“, appelliert Rainer Will an Politik und Sozialpartner.

Um einen Beitrag zur sachlichen Information und Aufklärung für den österreichischen Handel und die heimischen Konsumenten zu leisten, hat der Handelsverband eine eigene Informationsseite eingerichtet, die fortlaufend aktualisiert wird. Im Coronavirus InfoCenter des Handelsverbandes laufen sämtliche relevanten Informationen zu diesem Thema zusammen.

Mehr auf www.handelsverband.at/corona

 

Rückfragen & Kontakt:
Handelsverband
Mag. Gerald Kuehberger, MA
Communications Manager
Tel.: +43 (1) 406 22 36 – 77
gerald.kuehberger@handelsverband.at
www.handelsverband.at

Quelle: APA/OTS Wirtschaft

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