In Bremerhaven „tankt“ der erste Car Carrier Landstrom
Seit gestern ist im Bremerhavener Autohafen ein europäisches Novum zu sehen. Mit der „Lake Shirasagi“ der Reederei Wallenius Wilhelmsen wird am BLG Auto-Terminal erstmals in Europa ein Car Carrier während der Liegezeit mit Landstrom versorgt.
Mit der Premiere soll ein deutliches Signal für klimafreundlichere Schifffahrt gesetzt werden. Statt die bordeigenen Dieselgeneratoren laufen zu lassen, bezieht das Schiff seinen Strom direkt vom Land. Das senkt Emissionen wie CO2, Stickoxide und Feinstaub. Zugleich soll der Lärm im Hafen dadurch deutlich reduziert werden.
Dass nun auch Autotransporter an das Stromnetz angeschlossen werden, gilt als wichtiger Schritt für den Hafenstandort. Der BLG Auto-Terminal in Bremerhaven zählt zu den weltweit größten Auto-Umschlagplätzen. Jedes Jahr werden dort mehr als 1,3 Mio. Fahrzeuge importiert, exportiert oder für den Weitertransport vorbereitet.
Rund um den Autohafen hängen mehrere Tausend Arbeitsplätze an der Branche. Schätzungen gehen von etwa 7.000 Beschäftigten aus, die direkt oder indirekt im Fahrzeugumschlag, der Logistik und den angeschlossenen Dienstleistungen tätig sind.
Die Inbetriebnahme der Anlage ist Teil des umfassenden Landstrom-Ausbauprogramms in den Bremischen Häfen. Im ersten Ausbauschritt entstehen insgesamt fünf derartige Anlagen: zwei mobile, eine fest installierte an der Stromkaje, eine für Kreuzfahrtschiffe an der Columbuskaje sowie die nun in Betrieb genommene Anlage für große RoRo-Fahrzeugcarrier am Autoterminal.
Auch an den Containerterminals wird in Kürze erstmals Landstrom zur Verfügung stehen: Eine fest installierte Anlage am MSC Gate befindet sich in der Endphase der Fertigstellung, ergänzt durch zwei verfahrbare an den Terminals von Eurogate und NTB, die voraussichtlich im Herbst 2026 betriebsbereit sein werden.
Insgesamt rund 50 Mio. EUR wird dieser erste Ausbauschritt dann gekostet haben. Darin inkludiert sind eine Förderung des Bundes in Höhe von rund 22 Mio. EUR sowie eine weitere gemeinsam mit den Häfen von Aarhaus, Göteborg und Stockholm durch das Projekt „Connecting Europe Facilities“, die Bremerhaven immerhin 5,23 Mio. EUR eingebracht hat .
Quelle: OEVZ



