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Donald Trump rüttelt am Weltpostvertrag. Und er ist nicht der erste.

19. Oktober 2018 12:26

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Handelsverband fordert seit Jahren Anpassung an digitale Zeiten und Ende der Bevorzugung chinesischer Online-Händler. Anhebung der Tarife 2018 nicht ausreichend. Schere bleibt offen.

Kaum jemand kennt hierzulande den Weltpostvertrag. Dabei enthält dieser vor 144 Jahren abgeschlossene völkerrechtliche Vertrag die grundlegende Bestimmungen über den globalen Briefpostdienst. U.a. ermöglicht die Vereinbarung chinesischen Online-Händlern, ihre Pakete zu stark reduzierten Versandpreisen in die EU oder die USA zu schicken und dortige Wettbewerber preislich zu unterbieten.

China als Entwicklungsland?
Wie das möglich ist? Sogenannte „Entwicklungs- und Schwellenländer“ sind im Weltpostvertrag aufgrund einer Anpassung aus dem Jahr 1969 deutlich besser gestellt als die westlichen Industriestaaten. Zu ersteren zählt auch China, weshalb heute ganz Europa von der Paketlawine aus dem Land der Mitte überrollt wird.

„Seit 1. Jänner 2018 gelten gemäß Weltpostvertrag neue Brieftarife. So kostet ein Kleinpaket oder Brief aus China aktuell rund 1,15 Euro. Das ist zwar um 13 Cent mehr als noch im letzten Jahr, liegt aber immer noch 50 bis 60 Prozent unter den Kosten für heimische Händler“, erklärt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes.

Allein 2017 gelangten über AliExpress, Wish.com und Co mehr als 560 Mio Pakete in die EU, davon 6 Mio. nach Österreich. Heuer dürften es rund 7,5 Mio. werden, denn das Paketvolumen aus Fernost wächst jedes Jahr um bis zu 30 Prozent. Höchste Zeit, gegenzusteuern.

Trump legt vor, EU gefordert!
Mittlerweile hat auch US-Präsident Donald Trump das Problem erkannt und beschlossen, das Postabkommen mit China aufzukündigen. Im Gegensatz zu vielen anderen kontroversen Entscheidungen des US-Präsidenten (Stichwort Strafzölle) eine durchaus nachvollziehbare Strategie. Der Handelsverband wünscht sich in dieser Angelegenheit auch von den europäischen Entscheidungsträgern ein entschlossenes Vorgehen.

Brüssel sollte der ungerechtfertigten Bevorzugung chinesischer Unternehmen im Versandhandel ebenso wie dem seit Jahren bekannten Mehrwertsteuerbetrug durch asiatische Online-Händler endlich einen Riegel vorschieben. Jahr für Jahr entgehen den EU-Staaten dadurch mindestens 7 Mrd. Euro. „Wir brauchen hier dringend faire Rahmenbedingungen, um heimische Konsumenten zu schützen und die nationale Wertschöpfung zu sichern“, appelliert Will.

Rückfragen & Kontakt:
Handelsverband
Mag. Gerald Kuehberger, MA
Communications Manager
Tel.: +43 (1) 406 22 36 – 77
gerald.kuehberger@handelsverband.at
www.handelsverband.at

Quelle: APA/OTS Wirtschaft

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