Kurzarbeit: Es braucht dringend 2 Nachschärfungen. Jetzt voller Fokus auf KMU & beschäftigungsintensive Händler.

Handel begrüßt neue Sicherheitsmaßnahmen im Handel. Lebensmittelhändler schließen ihre Geschäfte um 19.00 Uhr. Versorgungssicherheit zu 100% gewährleistet.

Der Handelsverband begrüßt die gestern Abend von den Sozialpartnern beschlossenen neuen Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im österreichischen Handel. Einzig die Einschränkung der Öffnungszeiten sieht der Handelsverband mit Blick auf den angespannten Arbeitsmarkt ambivalent, hat aber Verständnis, wenn damit die bestehende Belegschaft der Lebensmittelhändler tatsächlich entlastet wird.

Ebenso begrüßt der Handelsverband die neuen Erleichterungen für werdende Mütter, etwa dass diese früher in Mutterschutz gehen können. Die gesamte Handelsbranche bewertet diese Maßnahme im Sinne der betrieblichen Fürsorgepflicht positiv. Sicherheit beim Einkaufen hat für uns oberste Priorität – das gilt sowohl für die Konsumenten als auch für die Mitarbeiter. Daher setzen die Händler jetzt u.a. auf Plexiglas-Schutz in den Kassenbereichen sowie auf eine temporäre Erhöhung des NFC-Limits ohne PIN.

Handel schließt bis auf weiteres täglich um 19.00 Uhr.
Die Sozialpartnereinigung führt dazu, dass die Geschäfte der österreichischen Lebensmittelhändler ab sofort bundesweit einheitlich um 19.00 Uhr schließen werden. „Hierbei ist wichtig, dass sich alle Konsumenten sicher sein können, dass die Nahversorgung weiterhin zu 100% gewährleistet ist“, sagt Rainer Will, der die Versorgungsmeldungen des Lebensmittelhandels hin zur Bundesregierung koordiniert.

So sehr die Einschränkung im Sinne der unermüdlich tätigen Mitarbeiter im Lebensmittelhandel verständlich ist, denen großer Dank gebührt, so sehr gilt es jetzt, auf den angespannten Arbeitsmarkt zu blicken. Der Handelsverband hat bereits am Wochenende über seine Mitglieder über 4.000 Jobs im Lebensmittelhandel zur Unterstützung ausgeschrieben sowie ein Truppenkontingent vom Bundesheer angefordert, um im Logistikbereich für Entlastung zu sorgen.

Kurzarbeit: Dringende Nachschärfungen erforderlich.
Damit die Zahl der Arbeitslosen-Anmeldungen beim Arbeitsmarktservice (AMS) nicht von derzeit 74.000 weiter ansteigt, braucht es ein sofortiges Nachschärfen bei der Kurzarbeitsregelung. Daher hat der Handelsverband zwei Forderungen:

1. HV-Forderung: Überweisung des Personalaufwand-Ersatzes „Zug um Zug“.
Besonders KMU- und beschäftigungsintensive Händler, die Mitarbeiter zur Kurzarbeit anmelden und damit Kündigungen vermeiden, haben aktuell mit einer gewichtigen Herausforderung zu kämpfen: Die entsprechende Entschädigung des AMS wird erst einen Monat im Nachhinein ausbezahlt.

„Die Sicherstellung der Liquidität ist in Zeiten wie diesen für alle Betriebe das A und O, um Arbeitsplätze zu sichern. Daher spricht sich der Handelsverband für die Auszahlung des Personalaufwand-Ersatzes ‚Zug um Zug‘ nach Vorlage der Überweisung aus, keinesfalls erst einen Monat später oder gar mit bis zu 90 Tagen Verzögerung. Das können KMU und beschäftigungsintensiven Betriebe, die seit einer Woche Null Euro Umsatz machen, niemals stemmen“, so Rainer Will im Namen des Präsidiums des Handelsverbandes.

2. HV-Forderung: Kurzarbeit für geringfügig Beschäftigte ermöglichen.
Aktuell kann Kurzarbeit nur für einen Teil der Belegschaft beantragt werden, da geringfügig beschäftigte Mitarbeiter ausgenommen sind. Hier braucht es einen Einbezug in das Kurzarbeitsmodell oder ein analoges Modell zur Reduktion, damit diese Anstellungsverhältnisse gesichert werden.

„Besondere Herausforderungen erfordern besondere Lösungen. Daher sollte auch geringfügig Beschäftigten – die einen wesentlichen Teil der Belegschaft im Handel ausmachen – die Möglichkeit der Kurzarbeit oder ein äquivalenter Mechanismus offenstehen. Das muss sofort passieren, sonst besteht die Gefahr weiterer Kündigungen bis zum Monatsende“, erklärt Rainer Will.

Liquidität! Liquidität! Liquidität!
Hinzu kommt: Spätestens Ende Juni kommt das 13. Gehalt. Hier muss seitens der Politik und der Sozialpartner ebenfalls bereits jetzt Vorsorge für Corona-bedingte Engpässe bei betroffenen Unternehmen getroffen werden, da die Firmen diesen Kostenblock absehbar nicht heben werden können.

„Das Hilfspaket der Bundesregierung ist gut. Wir dürfen aber das Rückgrat der österreichischen Volkswirtschaft, unsere Unternehmer, nicht zu Bittstellern werden lassen, nachdem das Epidemiegesetz durch das Covid-19 Gesetz ersetzt wurde. Bitte daher seitens Politik und Sozialpartner jetzt voller Fokus auf die Liquidität. Das ist die Luft, die die Firmen zum Atmen brauchen“, ist Rainer Will im Namen des Handelsverband-Präsidiums überzeugt.

Rückfragen & Kontakt:
Handelsverband
Mag. Gerald Kuehberger, MA
Pressesprecher
Tel.: +43 (1) 406 22 36 – 77
gerald.kuehberger@handelsverband.at
www.handelsverband.at

Quelle: APA/OTS Wirtschaft

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