Metalltechnische Industrie: Produktion wächst, doch geopolitische Risiken belasten
Produktionsplus von 2,7 % nach starkem Einbruch, Exporte in die USA brechen ein, 10.000 Arbeitsplätze verloren – dringender Handlungsbedarf in der Standortpolitik.
Die Metalltechnische Industrie erzielte im Jahr 2025 ein leichtes Produktionswachstum auf rund 47 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 2,7 % (real, preisbereinigt). In den beiden Rezessionsjahren 2023 und 2024 betrug der Rückgang knapp 16 %. Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie, sagt dazu: „Die leichte Erholung aus dem Vorjahr kann den Einbruch in den Jahren zuvor bei Weitem nicht wettmachen. Der anhaltende Rückgang bei den Exporten, vor allem in die USA, schmerzt uns besonders.
Die Folge ist ein dramatischer Jobverlust in unserer Branche.“ Die Exportquote der Branche beträgt 79 %. Preisbereinigt sind die Exporte im Jahr 2025 um 2 % auf 39,1 Milliarden Euro gesunken. Besonders groß ist der Rückgang bei den Exporten in die USA mit knapp 23 %. Die Exporte nach Deutschland, dem mit einem Anteil von 27 % an den Gesamtexporten wichtigsten Markt der Branche, sanken um 1,3 %.
Deutlich gestiegen sind hingegen die Exporte nach China (+13 %), wobei der Anteil des chinesischen Marktes an den Gesamtexporten nur bei 6 % liegt. Einen deutlichen Rückgang gab es erneut bei der Anzahl der Beschäftigten in der Branche. Im Jahr 2025 betrug der Rückgang 4,2 %, was rund 4.700 Stellen entspricht. In den vergangenen zwei Jahren wurden insgesamt rund 10.000 Beschäftigte abgebaut, hinzu kommen noch etwa 4.000 Leiharbeitsstellen.
Wirtschaftliche Unsicherheiten belasten die Unternehmensstimmung
Aufgrund der Nahost-Krise wurden kürzlich die BIP-Prognosen für die Gesamtwirtschaft deutlich nach unten revidiert. Auch die Unternehmen der Metalltechnischen Industrie sind derzeit pessimistisch eingestellt.
In einer aktuellen Umfrage von Mitte April rechnen 52 % der Mitgliedsbetriebe der Branche mit einem Rückgang der Produktion in ihrem Betrieb. Zwei Drittel halten einen Aufschwung in den kommenden sechs Monaten für unrealistisch. 39 % der Befragten rechnen mit einem negativen Betriebsergebnis für 2026. Die Folgen dieser Entwicklung sind ein fortschreitender Beschäftigungsrückgang: 41 % der Betriebe gehen davon aus, dass die Beschäftigung in den nächsten fünf Jahren abnehmen wird.
43 % meinen, sie werde konstant bleiben. Nur 15 % rechnen mit steigender Beschäftigung an ihrem Standort. Gleichzeitig gehen 60 % der Befragten davon aus, dass die Beschäftigung an ihren Auslandsstandorten zunehmen wird. Das bedeutet, dass die Unternehmen ihre Investitionen vor allem im Ausland statt in Österreich planen.
Obmann Christian Knill: „Die geopolitischen Rahmenbedingungen bleiben volatil und ein Risiko. Umso mehr müssen wir unsere Hausaufgaben machen und die Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärken. Die Bundesregierung hat mit der Industriestrategie einen guten ersten Schritt gesetzt, wir müssen aber rascher und dynamischer in die Umsetzung kommen. Dringend erforderlich ist eine Entlastung der Betriebe, vor allem bei den Lohnnebenkosten, den Energiepreisen und dem bürokratischen Aufwand. Nur so bekommen sie wieder Spielraum für Investitionen in Österreich.
Die angekündigte Senkung der Lohnnebenkosten ab 2028 begrüßen wir daher. Gleichzeitig muss das Wiedererstarken der Inflation verhindert werden. Mit dem zweijährigen Lohnabschluss unter der Inflationsrate haben unsere Unternehmen und Beschäftigten bereits einen wichtigen Schritt zur Dämpfung der Teuerung gesetzt. Nun ist vor allem der Staat gefragt, seine Ausgaben zu dämpfen, insbesondere bei Pensionen, Gehältern und Gebühren.“ (RED)



