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Neue B2B Studie: Anwendungsfälle und Potenziale der Blockchain im Handel

12. April 2018 12:11

Beitrag bequem vorlesen lassen:

Austrian Institute of Technology (AIT), CRIF und Handelsverband präsentieren brandneuen Blockchain-Report mit Schwerpunkt u.a. auf Supply Chain Traceability

Beschaffungsprozesse verändern sich rasant und die Blockchain ist in aller Munde. Nur ein Hype oder der Beginn einer Revolution? Werden im Jahr 2025 wirklich 10 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts mit Hilfe der Blockchain abgewickelt, wie das World Economic Forum unlängst prognostizierte? Wird die Distributed Ledger Technologie globale Handelsbarrieren reduzieren und gleichzeitig mehr Transparenz und Sicherheit garantieren? Werden Smart Contracts die Supply Chain völlig auf den Kopf stellen? Diese und weitere Fragen beantwortet die neue Blockchain-Studie von AIT Austrian Institute of Technology, CRIF und Handelsverband.

Die Blockchain-Technologie könnte das Supply-Chain-Management und den Handel revolutionieren. Eine neue Studie des AIT im Auftrag der Wirtschaftsauskunftei CRIF und des Handelsverbandes zieht aus bestehenden Anwendungsfällen eine erste, vielschichtige Bilanz.

Blockchain sorgt für Transparenz und Rückverfolgbarkeit.
In einer Lieferkette haben viele Akteure miteinander zu tun, die einander nicht unbedingt vertrauen. Allerdings sind Vertrauen und Transparenz jene Faktoren, die eine effiziente Zusammenarbeit befördern. Hier kommt die Blockchain ins Spiel. Ein Team des AIT Austrian Institute of Technology unter Leitung von Ross King hat im Auftrag von CRIF und Handelsverbands untersucht, wie die Technologie hinter Bitcoin im Supply-Chain-Management eingesetzt werden kann. Derzeit ist die Blockchain in aller Munde. Das ist einerseits wohlverdient, denn der Erfolg von Bitcoin beweist, dass die Technologie grundsätzlich funktioniert. Andererseits begründet sich der Hype aber auch durch den dramatischen Preisanstieg von Bitcoin und manch anderer Kryptowährung im letzten Jahr, der mit der grundsätzlichen Nützlichkeit der Technologie nichts zu tun hat“, erklärt Studienautor King.

Der grundsätzliche Mehrwert der Blockchain in der Lieferkette besteht darin, dass ein unveränderbares Verzeichnis aller Aspekte einer Transaktion geschaffen wird – von der Herkunft des Rohstoffs über die Verarbeitung bis zur Verpackungshistorie. Dieses Verzeichnis kann ein neues Fundament für Transparenz, Rückverfolgbarkeit und Vertrauen schaffen.

Das Problem der Schnittstelle.
„Die Crux liegt im Detail. Natürlich kann die Blockchain das Supply-Chain-Management oder auch die Kreditwürdigkeitsbewertung verbessern. Das zentrale Problem ist jedoch die Schnittstelle zwischen der physischen und der digitalen Welt“, sagt Massimo Gentilini, Blockchain-Experte der Wirtschaftsauskunftei CRIF. So muss jeder Vorgang von einem Menschen oder einer Maschine außerhalb der Blockchain protokolliert werden, erst dann kann er in der Blockchain unveränderbar und nachvollziehbar festgehalten werden. Wenn man diesen Einheiten (Menschen oder Maschinen) außerhalb der Blockchain ohnehin vertrauen kann, dann bräuchte man in vielen Fällen gar keine Blockchain. „Oft würde eine zentrale Datenbanklösung mit gemeinsamen Lese- und Schreibrechten ausreichen. Wenn man umgekehrt den externen Einheiten nicht vertrauen kann, dann kann leider auch die Blockchain das Vertrauensproblem nicht lösen“, so Gentilini.

Die in der Studie untersuchten Anwendungsfälle setzen auf sog. „Permissioned Blockchains“. Bei diesen können – im Gegensatz etwa zu Bitcoin – bewusst nur bestimmte Akteure teilnehmen, wodurch der Zugang zu den Daten gezielt eingeschränkt werden kann. Das ist laut Studie auch sinnvoll, da in manchen Fällen zu viel Transparenz Mitbewerbern Wettbewerbsvorteile verschaffen könnte. Andere Entwicklungen setzen auf offene Blockchains als „Infrastruktur“, um darauf aufbauend Geschäftsprozesse abzubilden, die anonym durchgeführt werden sollen.

Konsumenten bewerten Blockchain positiv.
Um neben der Unternehmensperspektive auch die Sicht der Kunden besser einschätzen zu können, haben Handelsverband und Mindtake Research eine „Consumer Check“ Kurzumfrage zum Thema Blockchain durchgeführt. Das überraschende Ergebnis: Trotz aller Medienberichte und Forschungs- und Entwicklungsvorhaben hat nur ein Viertel der befragten Österreicher schon von der Blockchain-Technologie gehört.

„Eines der spannendsten Anwendungsfelder ist die Verwendung der Blockchain zur Sicherstellung der Produktqualität im Lebensmittelhandel und in der Zertifizierung. Dies scheint auch bei Konsumenten sehr gefragt zu sein, denn knapp zwei Drittel der Befragten können sich die Nutzung einer Blockchain-basierten App dafür vorstellen“, so Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Was die Potenzialanalyse betrifft, ist eines ganz klar ersichtlich: Die ÖsterreicherInnen brauchen noch mehr und v.a. leichter verständliche Informationen, um das Potenzial der Blockchain wirklich einschätzen zu können (42%). Bereits mehr als ein Drittel ist jedenfalls überzeugt davon, dass die Blockchain innerhalb der nächsten 10 Jahre die heimische Wirtschaft ähnlich stark verändern wird, wie einst das Internet.

„Jetzt ist die Zeit, innovative Pilotprojekte zu starten, um in Zukunft einen Wettbewerbsvorteil zu haben. Um das volle Potential der Blockchain und möglicher Folgetechnologien, die wie Hashgraph oder IOTA ohne Verkettung von Blöcken funktionieren, ausschöpfen zu können, braucht es für Unternehmen vor allem Steuer- und Rechtssicherheit“, meint Will. Der Handelsverband fordert daher sogenannte „regulatory sandboxes“, um junge Startups auch für die Umsetzung im Lande zu halten. Nur so kann auch die Volkswirtschaft von Erfolgen profitieren und sich auch in diesem Zukunftsbereich als Front Runner positionieren.

Der vollständige Pressetext sowie die Studie können hier heruntergeladen werden: www.handelsverband.at/blockchain-studie

Rückfragen & Kontakt:

Handelsverband
Mag. Isabel Lamotte
Project Manager
Tel.: +43 (1) 406 22 36 – 76
isabel.lamotte@handelsverband.at
www.handelsverband.at

Quelle: APA/OTS Wirtschaft

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