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DB und SBB: Europäische Bahnen rücken näher zusammen

13. September 2017 09:59
DB und SBB: Europäische Bahnen rücken näher zusammen

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SBB: CEO Andreas MeyerRichard Lutz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn, und Andreas Meyer, CEO SBB, haben sich am 11. September im SBB-Hauptsitz Bern Wankdorf getroffen. Das Treffen stand ganz im Zeichen der Sperre der deutschen Rheintalstrecke. Die Bahnchefs diskutierten kritisch die getroffenen Sofortmaßnahmen für die Spedition des Güterverkehrs über die Ausweichrouten: Unter anderem werden Lokführer flexibler eingesetzt und Baustellen zeitlich verschoben werden, wodurch die Kapazität gesteigert werden konnte. Die Lage verbessert sich jedoch zu langsam. Die beiden CEO wollen den europäischen Bahnsektor daher besser auf solche Ereignisse vorbereiten.

Die beiden Bahnchefs unterstrichen die Bedeutung der Nord-Süd-Achse, die aufgrund der Sperre der Rheintalstrecke für den Güterverkehr zur Zeit nur stark eingeschränkt befahrbar ist. Die Strecke Basel–Karlsruhe ist seit dem 12. August 2017 bei Rastatt gesperrt und bleibt voraussichtlich bis am 7. Oktober 2017 unterbrochen. Die lange Schließung der Strecke stellt insbesondere für die ganze Güterbranche eine schwierige Situation dar. Über die Alternativrouten können die Güter nur mit großem logistischem Aufwand umgeleitet werden. Die Chefs der SBB, der DB, der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) sowie der Société Nationale des Chemins de Fer (SNCF) haben am 25. August 2017 auf Initiative von SBB-CEO Andreas Meyer auch auf CEO-Stufe der integrierten Bahnen eine Task-Force etabliert.

Vereinbarte Maßnahmen konsequent umsetzen

Seither haben die Bahnchefs die Situation laufend analysiert und ein Maßnahmenpaket umgesetzt, um die beschränkten Kapazitäten auf dem Nord–Süd-Korridor während der Sperre möglichst optimal auszunutzen. Am Spitzentreffen vom Montag bekräftigten Andreas Meyer und Richard Lutz noch einmal, das Maßnahmenpaket konsequent voranzutreiben. So wird weiteres Lokpersonal für den Einsatz auf den Ausweichrouten ausgebildet und entsandt. Zudem können seit dem 6. September dank der vorgezogenen Wiedereröffnung der Gäubahnlinie Güter- und Personenzüge wieder durchgehend verkehren. Der Verkehr kann seither deutlich stabiler abgewickelt werden. Um die Abfertigung in Singen zu verbessern, haben die beiden Bahnen zudem ein «Project Office» im Grenzort eingerichtet. Dank dieser Maßnahmen konnte die Anzahl Zugfahrten weiter auf rund 60 pro Tag gesteigert werden. Mittlerweile wird rund 30 Prozent der Güterverkehrs-Nachfrage über die Schiene spediert. Dies soll in den nächsten Wochen auf 50 bis 60 Prozent gesteigert werden.

Die beiden Bahnchefs sind sich einig, dass die europäischen Bahnen die Lehren aus dem Ereignis ziehen müssen. Die Stärken der integrierten Bahn müssen rascher und effektiver eingesetzt werden können. Zur Bewältigung von zukünftigen Ereignissen sollen schneller Ausweichrouten definiert sowie der flexible Einsatz von Personal und der Datenaustausch verbessert werden. Zusätzlich sollen die Baustellen- und Trassenplanungen besser abgestimmt und selbstauferlegte Restriktionen beseitigt werden, wie Andreas Meyer bekräftigte. Aus der Krise sollen auch Chancen genutzt werden.

Hard- und Software der Bahninfrastruktur wird ausgebaut
Anlässlich des Arbeitstreffen haben Andreas Meyer und Richard Lutz auch den Ausbau der Infrastruktur auf dem Rhein-Alpen-Korridor besprochen. Die beiden Partner sind sich einig, dass ein Ausbau auf eine Zuglänge von 750 Metern zwingend erforderlich ist, um einen durchgängigen, leistungsfähigen und wettbewerbsfähigen Güterkorridor zwischen den Niederlanden und Italien sicherzustellen. In der Schweiz wird der Ausbau der Gotthardachse bis 2021 fertiggestellt. In Italien werden verschiedene Korridore im Norden des Landes voraussichtlich bis 2020 ausgebaut. Auch die Elektrifizierung der Strecke Zürich–München kann gemäß aktueller Planung bis Ende 2020 abgeschlossen werden.

Neben den Bauprojekten sollen die Bahnen mit modernen Arbeitsmitteln die Kapazitäten auf dem Schienennetz besser nutzen und beispielsweise Wartezeiten von Güterzügen auf der Nord-Süd-Achse reduzieren. Zudem will die DB im von der SBB lancierten Branchenprojekt „Smartrail 4.0“ mitwirken. Mit diesem Projekt soll dank der Digitalisierung die Fahrplanerstellung und Betriebsführung weiter automatisiert und die Kapazität des Schweizer Bahnnetzes um bis zu 30 Prozent gesteigert werden.

Mit den Entscheiden haben die beiden Bahnchefs einen weiteren Schritt bei der Umsetzung der sogenannte «Lugano Agenda» gemacht. Die «Lugano Agenda» wurde 2016 anlässlich der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels von internationalen Bahn-CEOs unterzeichnet. Mit dem Ziel, den Kundenservice zu verbessern und die Effizienz des Bahnsystems zu steigern, regelt die Agenda die Zusammenarbeit der europäischen Bahnen im wachsenden intermodalen Wettbewerb.

Quelle: SBB, Bildquelle: Marcel Bieri/SBB CFF FFS

Quelle: mylogistics.net

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