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Robotics im Handel – nach der Intralogistik kommt der Point of Sale

19. Juni 2019 12:00
Robotics im Handel – nach der Intralogistik kommt der Point of Sale

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Bei vielen Händlern steht seit einigen Jahren ein zusätzlicher Investitionsposten auf der Liste, nämlich die Investition in die Automatisierung wiederkehrender, gleichbleibender Prozesse. Mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Robotik-Anwendungen ermöglichen es heute, komplexere, sich verändernde Abläufe automatisiert zu bewältigen. Fand dies zunächst nur im Lager und im Bereich der Intralogistik statt, finden sich zunehmend auch Anwendungsbereiche am PoS. Das EHI will dieser Entwicklung mit einer speziellen Initiative Rechnung tragen.

REDAKTION: Dunja Koelwel

Gesteigerte Effizienz, geringere Kosten und „Mitarbeiter“, die nie ermüden – egal wieviel Kilometer Wegstrecke sie im Lager bewältigen müssen – all das und vieles mehr macht den Einsatz von Robotern für die Handelslogistik interessant. Anwendungsmöglichkeiten gibt es dabei etliche, etwa bei der Kommissionierung von Waren, dem Bestücken von Hochregalen oder einfach Waren ein- und auszuräumen.  Das EHI als Think Tank für den Handel hat deswegen seit Beginn 2017 die so genannte „R4R – Robotics for Retail-Initiative“ gestartet. Mit 15 Partnerfirmen, die in den Bereichen Hard- und Softwarelösungen der Automatisierung und Robotik tätig sind, Integrationsdienstleister, Berater, Sensorikanbieter und Logistikdienstleister sollen Einsatzszenarien praxisnah beleuchtet werden. Doch welche Chancen und Herausforderungen bei der Roboterisierung des Retail-Sektors sind dabei als derzeit am relevantesten zu sehen? Marco Atzberger, Mitglied der Geschäftsleitung beim EHI, zieht nach zwei Jahren ein erstes Zwischenfazit und für ihn ist hierbei die beschleunigte Entwicklung und Implementierung von Lösungen in der Fläche, die derzeit größte Herausforderung. Atzberger: „Durch die Anforderungen des Omnichannel-Commerce und der aktuellen Lage am Arbeitsmarkt für gewerbliche Mitarbeiter und auch Facharbeiter muss der Handel zusehen, nicht an Produktivität zu verlieren. Die Herausforderung ist, dass es derzeit noch sehr viele Insellösungen der Anbieter gibt, die leider bis dato wenig standardisiert sind. Hier sehen wir mit der R4R-Initiative die Chance, Anforderungen zu bündeln.“ Für ihn sollten deswegen Robotiklösungen in Zukunft miteinander kompatibel sein (Hardware und IT-Schnittstellen/-formate). Ein weiterer wichtiger Punkt hierbei: Händler wünschen sich Plug&Play-fähige Systeme und wollen nicht selbst zum Robotik-Experten werden.

Robotics am Point of Sale.
Und nach den ersten Anwendungen in Lager und Intralogistik gelangen Roboter aber auch in manchen Geschäften bereits auch am Point-of-Sales (POS) zum Einsatz. Als Einkaufsassistent begleiten sie beispielsweise den Kunden zum gesuchten Produkt oder liefern erweiterte Produktinformationen. Erste bekannte Beispiele dafür sind etwa der Serviceroboter Paul, der im Ingolstädter Saturn-Markt über die Ladenfläche rollte oder Tory, der beim Modehändler Adler in Erfurt Tory die Inventur übernahm. Marco Atzberger: „Für die Händler ist Robotics am PoS in den seltensten Fällen reine Spielerei oder Unterhaltung. Sie verfolgen ein klares Ziel, wie etwa die Inventur im Regal, das Erkennen von Präsenzlücken oder die Erstellung eines digitalen Planogramms. Dazu kommen weitere Services am PoS, die das Einkaufen für den Kunden bequemer und leichter machen (Navigation, Produktsuche und -information etc.).“

Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine.
Doch weil diese digitalen Innovationen und digitale Technologien immer weiter in immer neue Lebensbereiche vordringen, rufen sie nicht nur Veränderungsprozesse im Geschäftsleben hervor, sondern führen auch zu Veränderungen des sozialen Gefüges. Auch dieses sind Aspekte, die laut Atzberger zu bedenken sind. Denn wenn Maschinen und Roboter im zunehmenden Maße miteinander interagieren und sich beispielsweise untereinander eigenständig koordinieren können, muss auch die Schnittstelle zwischen Maschinen und Menschen klar definiert werden. Atzberger erklärt dazu: „Für Mitarbeiter in der Handelslogistik wird es dann spannend, wenn der Roboter aus seinem Käfig entlassen wird und sich zum Cobot verändert, also ein Collaborativer Roboter wird, der mit dem Menschen Hand in Hand arbeitet. Hier muss für hinreichend Information und Aufklärung gesorgt werden, da es sonst mit der Akzeptanz schwierig wird und die Ängste der betroffenen Mitarbeiter überwiegen.“ (DK)

Quelle: LOGISTIK express Ausgabe 2/2019

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LOGISTIK express®, Markus Jaklitsch
E-Mail: info@logistik-express.at
Homepage: https://www.logistik-express.com/

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