Dieselkrise: Elektrofahrzeuge alleine lösen das Problem nicht

8. Dezember 2017 21:51

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  • Drohende Fahrverbote für Lkw und Transporter erfordern durchdachte Logistik-Konzepte für Städte
  • Kombination aus Tourenoptimierung, Elektromobilität, Mikro-Depots, Zentrallagern und Bündelung von Ressourcen als Lösung

Die Dieselkrise stellt die Wirtschaft vor große Herausforderungen. Angesichts drohender Fahrverbote ist die Zustellung von Lieferungen in zahlreichen Städten gefährdet. Der Einsatz von Elektrofahrzeugen stellt auch bei Lkw einen derzeit diskutierten Lösungsansatz dar. Laut Kratzer Automation AG können elektrische betriebene Fahrzeuge alleine das Problem jedoch nicht lösen.

„Die Logistik braucht schnelle und zukunftsfähige Konzepte, um die Zustellung von Lieferungen in Städten sicher zu gestalten. Der Elektro-Lkw kann dabei auf absehbare Zeit nicht mehr als ein Baustein sein, denn derzeit werden nur Kleinserien produziert. Lediglich für Paketzusteller stellen E-Transporter auf der sogenannten letzten Meile eine echte Option dar. Aber auch das stellt auf mittlere Sicht noch keine flächendeckende Lösung dar“, sagt Franz Renger, Logistik-Experte bei der Kratzer Automation AG.

Kratzer Automation sieht die Notwendigkeit neuer Konzepte auch vor dem Hintergrund, dass die Gesamtzahl der zu transportierenden Güter weiter zunimmt. Im Mittelpunkt von Konzepten steht die Optimierung und Bündelung von Fahrten, sodass die kürzesten Wege gewählt, geringe Auslastung und Leerfahrten vermieden werden. Elektromobilität sollte dort zuerst ausgebaut werden, wo die Schadstoffwerte am höchsten sind. Für Paketzusteller gewinnen aus Sicht von Kratzer Automation stadtnahe Mikro-Depots an Bedeutung – verbunden mit neuen Zustelloptionen, etwa durch E-Lastenräder.

Effiziente Tourenplanung für kurze Wege und zur Vermeidung von Leerfahrten
Mit der Zunahme der verkehrsbedingten Luftbelastung sind Logistiker gezwungen, ihre Fahrten weiter zu optimieren. Die Bedeutung intelligenter Tourenplanung, die zur ökonomischen Nutzung von Ressourcen beiträgt,  wird weiter zunehmen. Damit kann die stadtnahe Logistik weiter verfeinert werden. Allerdings: Tourenoptimierung kann die Luftbelastung zwar reduzieren, dies allein wird jedoch bei einer steigenden Zahl an Lieferungen nicht zur nachhaltigen Senkung von Schadstoffimmissionen ausreichen.

Fahrzeugtechnologie und Elektromobilität
Auch wenn der flächendeckende Einsatz noch nicht in Sichtweite ist: Im urbanen Raum wird künftig immer mehr auf Elektrofahrzeuge zur Vermeidung lokaler Emissionen gesetzt. Bei der Paketzustellung geht die Deutsche Post DHL Group mit dem Streetscooter voran und erhöht die Kapazitäten. Kratzer Automation erwartet, dass weitere Transportdienstleister emissionsfrei fahrende Flotten etablieren. Allerdings: Das Angebot geeigneter Zustellfahrzeuge ist aktuell noch sehr gering und die Reichweite verfügbarer Fahrzeuge ist zu niedrig.

Zentrallager am Stadtrand erhöhen Flexibilität
Kratzer Automation geht davon aus, dass die Stadtbevölkerung und der Einzelhandel zunehmend von Umschlagflächen am Stadtrand oder aus Mikro-Depots innerhalb der Stadtgrenzen beliefert wird. Damit verbundener Vorteil: Die Zahl der Fahrten und Fahrstrecken innerhalb von Städten wird verringert und kann über alternative Transportmittel wie E-Fahrzeuge abgewickelt werden. Speziell auf die Citylogistik zugeschnittene IT-Lösungen bilden die Basis, um solche Prozesse effizient abzubilden und optimierte Touren zu unterstützen. Allerdings: Der Aufbau von Stadtrand- und Mikro-Depots ist mit Investitionskosten verbunden und machen die Transportkette länger und komplexer.

Bündelung von Ressourcen durch Universal-Zusteller
Heute werden Lkw und Transporter häufig auch in der Stadt nur teilweise ausgelastet. Dies hat negative Folgen hinsichtlich der Verkehrs- und Luftbelastung. Kratzer Automation nimmt an, dass Transportunternehmen seitens der Kommunen gedrängt werden könnten, ihre Ressourcen zu bündeln. Dies bedeutet etwa, dass ein Universal-Dienstleister Sendungen von Zentrallagern am Stadtrand aus über die letzte Meile zustellt. Denkbar sind aus öffentlicher Hand betriebene Flotten entsprechend dem öffentlichen Personennahverkehr oder Public-Private-Partnerships, die lokal emmissionsfreie Flotten bereitstellen. Herausforderung: Die Konzepte machen die Überwindung bürokratischer Hürden und Investitionen notwendig.

 

Über die KRATZER AUTOMATION AG
Seit mehr als 35 Jahren liefert KRATZER AUTOMATION prozessnahe Software-Lösungen für die internationale Automobilindustrie und die Transportbranche in Europa. KRATZER AUTOMATION ist mit mehr als 300 Mitarbeitern an den Standorten München, Stuttgart, Kassel und Wolfsburg vertreten. International engagiert sich das Unternehmen mit eigenen Gesellschaften in Frankreich, Großbritannien, Tschechien den USA und China.

Im Geschäftsfeld Test Systems plant, realisiert und modernisiert KRATZER AUTOMATION Prüfsysteme für Motoren, Turbolader, Getriebe und weitere Antriebskomponenten. Ein besonderer Fokus liegt auf Testsystemen für energiesparende und umweltfreundliche Antriebskonzepte. Dabei stehen die besonderen Anforderungen an Hybrid- oder Elektroantriebe, Batterie- und Brennstoffzellentechnik in der Automobilentwicklung im Fokus.

Mit cadis liefert KRATZER AUTOMATION im Geschäftsfeld Logistics Automation ein intelligentes Softwareprodukt für logistische Prozesse. Ein Transport Management System zur Planung, Durchführung und intelligenten Analyse aller operativen Arbeitsprozesse im Frachtgütertransport. Sendungsverfolgung und Optimierung der Abläufe in Logistikunternehmen sind dabei die zentralen Themen.

Soziale Verantwortung nimmt das Unternehmen auf vielfältige Weise wahr. Im Mittelpunkt stehen dabei die lokale und überregionale Unterstützung Jugendlicher sowie die Ausschreibung eines seit 2012 jährlich vergebenen Kunstpreises für behinderte Künstler.

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