Hafen Rostock mit neuer Bahnverbindung nach Bratislava

Im Überseehafen Rostock gingen im Jahr 2020 insgesamt 25,1 Mio. Tonnen Fracht über die Kaikanten. Das entspricht einem leichten Minus von 600.000 Tonnen beziehungsweise zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahresergebnis. Rückgänge bei Fähr- und RoRo-, zum Beispiel  bei Papier, sowie Flüssiggütern wurden durch Umschlagsteigerungen von Schüttgütern fast vollständig kompensiert.

„Trotz der pandemiebedingten Zwänge und Einschränkungen in vielen Produktionsunternehmen und Lieferketten im Verlauf des Jahres 2020 sorgte das ausgewogene Geschäftsmodell des Hafens wiederum für ein sehr hohes und nahe am Vorjahr liegendes Umschlagergebnis“, bilanziert Dr. Gernot Tesch, Geschäftsführer der Rostock Port GmbH. Das Investitionsvolumen in die Infrastruktur des Überseehafens betrug im vergangenen Jahr rund 25 Mio. Euro.

Bei der rollenden Ladung, den Fähr- und RoRo-Gütern, nahm die Menge um 900.000 Tonnen auf 15,3 Mio. Tonnen (- 6 %) ab. Der Anteil rollender Fracht am Gesamtumschlag des Überseehafens Rostock betrug damit im vergangenen Jahr 61 Prozent. Im Jahr 2020 wurden 625.000 Tonnen Papier und Zellulose im Überseehafen umgeschlagen und damit 110.000 Tonnen weniger als im Vorjahr.

Die Zahl der auf den Fähr- und RoRo-Verbindungen von und nach Nordeuropa beförderten Lkw-Einheiten nahm nur leicht ab, von 379.812 im Jahr 2019 auf 367.927 im vergangenen Jahr. Das ist ein Minus von 3 Prozent. Hingegen nahm die Anzahl umgeschlagener Trailer von 125.306 auf 126.183 Einheiten zu.

Auch die Trajektion von Eisenbahnwaggons von und nach Trelleborg stieg weiter an: von 18.388 auf 19.205 Einheiten (+ 4 %). Der Überseehafen Rostock ist ein bedeutender Eisenbahnhafen an der deutschen Ostseeküste. Der Modal-Split-Anteil der Bahn am Hafenhinterlandverkehr beträgt rund 20 Prozent.

Der Umschlag intermodaler Ladeeinheiten im Kombinierten Ladungsverkehr (KV) im Überseehafen Rostock stieg im Jahr 2020 um 7 Prozent auf 94.800 Einheiten. Derzeit verkehren wöchentlich 35 Kombiverkehrszüge von und nach Verona (18) in Italien, Brünn (3) in der Tschechischen Republik, Bratislava (2) in der Slowakei, Dresden (5, vormals Lovosice), Wuppertal (2) und Halle (1) in Deutschland, Bettembourg (3) in Luxemburg, sowie Curtici (1) in Rumänien.

„Wir freuen uns, dass mit dem Jahreswechsel 2020/21 gleich zwei neue Intermodal-Verbindungen ab Rostock nach Bettembourg und Bratislava den Betrieb aufnehmen. Dies verdeutlicht besonders die Leistungsfähigkeit des Systems Bahn sowie des Kombinierten Verkehrs auch in Krisenzeiten, insbesondere bei grenzüberschreitenden Verkehren“, sagt Dr. Gernot Tesch.

Der Bettembourg-Zug wird als sogenannter Mischverkehr fahren, das heißt neben intermodalen Einheiten besteht er auch aus Einheiten des konventionellen Wagenladungsverkehrs, die auf der Fähre von/nach Trelleborg trajektiert werden. Die neue Verbindung nach Bratislava verdeutlicht nachdrücklich das KV-Potential auf der für Rostock immer wichtiger werdenden Achse nach Südosteuropa.

Erfreulich ist zudem die Entwicklung auf dem Seidenstraßen-Korridor, die ein kontinuierliches Wachstum im ersten Jahr erfuhr und weiteres Potential für den Schienengüterverkehr bietet. Zusätzliche China-Mengen über Rostock stabilisieren bestehende und ermöglichen neue KV-Produkte. Über den Hub Rostock erhalten China-Verkehre derzeit Anbindung zum Beispiel ins Ruhrgebiet, die Niederlande, Nordeuropa, Italien und Tschechien.

„Eine überaus positive Entwicklung konnte im Bereich des Containerumschlags verzeichnet werden. Wachstumstreiber sind insbesondere die Container, die auf der Seidenstraße zwischen China und Europa per Bahn und zwischen Kaliningrad und Rostock per Schiff transportiert werden. Dies verhindert lange Wartezeiten an der polnisch-weißrussischen Grenze und sichert so eine hohe Verlässlichkeit und kurze Transportzeiten für die meist sehr kapitalintensiven Güter“, erläutert Dr. Gernot Tesch.

Startete der Verkehr im April 2020 mit einem wöchentlichen Zug aus Xi’an, so läuft der Verkehr seit Mitte des vergangenen Jahres in beide Richtungen. Pro Anlauf werden aktuell bis zu fünf Züge am General Cargo Terminal verladen. Der Überseehafen Rostock fungiert dabei nicht nur als Umschlagpunkt, sondern auch als Sammel- und Verteilzentrum. Insgesamt wurden auf europäischer Seite bislang 23 Länder bedient, wobei Italien und Nordeuropa durch die etablierten Linienverbindungen die Hauptquell- und -zielpunkte sind.

Statistik Überseehafen Rostock.

Hauptgutart 2019 (t) 2020 (t) Entwicklung
in %
Anteil
in %
Fähr- & RoRo-Güter 16.200.000 15.300.000 -6 % 61 %
Schüttgüter 5.930.000 6.750.000 +14 % 27 %
Flüssiggüter 2.980.000 2.430.000 -19 % 10 %
Stückgüter 570.000 620.000 +9 % 2 %
Gesamt 25.680.000 25.100.000 -2 % 100 %

www.rostock-port.de

Quelle: oevz.com

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