Handelsverband begrüßt neues Kurzarbeitsmodell und fordert weitere Entlastungen für heimische Betriebe

Kurzarbeitsphase III soll ab Oktober für 6 Monate gelten. Mindestarbeitszeit von 10% auf 30% angehoben. Senkung der Lohnnebenkosten für heimischen Handel entscheidend.

Der Handelsverband begrüßt die heute von der österreichischen Bundesregierung verkündete Verlängerung der Kurzarbeit um sechs Monate. Damit wird dieses erfolgreiche Modell der Corona-Krisenbekämpfung den betroffenen Unternehmen auch nach dem 30. September zur Verfügung stehen, wenngleich die Mindestarbeitszeit von 10% auf 30% erhöht werden soll. Die Nettoersatzrate für Beschäftigte bleibt bei 80 bis 90%.

„Wir begrüßen die heutige Entscheidung der Bundesregierung zur Fortführung der Kurzarbeit als Krisenbekämpfungsinstrument auf ganzer Linie. Dadurch erhalten die heimischen Betriebe mehr Planungssicherheit und die Beschäftigten mehr Arbeitsplatz-Sicherheit. Wir hoffen, dass dies mittelfristig auch positive Auswirkungen auf die Konjunktur haben wird“, so Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Willin einer ersten Stellungnahme.

Weiterbildungspflicht für Mitarbeiter: unbürokratische, flexible Ausgestaltung essenziell.
Was die heute ebenfalls angekündigte Weiterbildungspflicht für Mitarbeiter betrifft, zeigt sich der Handelsverband vorsichtig positiv. Entscheidend ist aus Sicht des Handels, dass diese Regelung möglichst unbürokratisch und flexibel ausgestaltet sein wird. Sollten Mitarbeiter kurzfristig wieder im Betrieb gebraucht werden, sollen die Beschäftigten laut Bundesregierung Anspruch darauf haben, die Ausbildung innerhalb von 18 Monaten nachzuholen. Unklar ist zum derzeitigen Zeitpunkt noch, ob die anfallenden Kosten vollständig vom Staat bzw. der neu gegründeten Corona-Arbeitsstiftung getragen werden – dies wäre aus Sicht des Handelsverbandes essenziell.

Nicht zuletzt aufgrund der Kurzarbeitsregelung hat sich der österreichische Arbeitsmarkt in den vergangenen Wochen positiv entwickelt. Mehr als die Hälfte der ursprünglich zur Kurzarbeit angemeldeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind bereits wieder voll in Beschäftigung. Vieles bleibt aber noch zu tun, denn nach wie vor sind hierzulande mehr als 430.000 Menschen arbeitslos und rund 450.000 Arbeitskräfte in Kurzarbeit.

Senkung der Lohnnebenkosten wichtiger denn je.
„Oberste Priorität sollte jetzt die viel beschworene aber leider auch oft verschobene Senkung der Lohnnebenkosten haben, um den Faktor Arbeit zu entlasten. All jenen Menschen, die Tag für Tag hart arbeiten, muss mehr ‚netto‘ vom ‚brutto‘ bleiben, damit der Konsum angekurbelt wird und das wirtschaftliche Comeback nach Corona gelingt“, erklärt Handelssprecher Rainer Will.

Aktuell ist Österreich bei den Lohnnebenkosten EU-weit Nachzügler. Nirgendwo in Europa zahlen Unternehmen so viel für ihre Beschäftigten, ohne dass es den Angestellten selbst bleibt. Daher müssen die Lohnnebenkosten jetzt rasch runter, damit die angeschlagenen heimischen Firmen die Arbeitsplätze absichern können. Das ist das beste Investment in die künftige Wettbewerbsfähigkeit und in den Wirtschaftsstandort Österreich.

Rückfragen & Kontakt:
Handelsverband
Mag. Gerald Kuehberger, MA
Pressesprecher
Tel.: +43 (1) 406 22 36 – 77
gerald.kuehberger@handelsverband.at
www.handelsverband.at

Quelle: APA/OTS Wirtschaft

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