Ostern 2021: Österreicher wollen rund 240 Millionen Euro ausgeben. In den nächsten 24 Stunden entscheidet sich, wer davon profitiert.

Ostern ist nach Weihnachten das zweitwichtigste Fest für den Handel. Umso bedrückender ist zurzeit die Stimmung in der Branche ob der bevorstehenden „Osterruhe“, die mit einer mindestens einwöchigen Schließung des gesamten Non-Food Handels einhergehen soll. Zumindest in Wien soll der Oster-Lockdown laut letzten Informationen sogar bis 11. April verlängert werden.

Nichtsdestotrotz wollen sich Frau und Herr Österreicher das Osterfest durch die Pandemie nicht vollends vermiesen lassen und planen heuer mit 95 Euro mehr als doppelt so hohe durchschnittliche Ausgaben für Geschenke als noch im Vorjahr (am Beginn der Coronakrise). Die Frage ist nur, wer davon profitiert – der heimische Handel, oder die internationalen eCommerce-Giganten aus Drittstaaten.

Was die Österreicherinnen und Österreicher zu Ostern schenken, wo sie ihre Geschenke während der Corona-Krise kaufen und in welchen Bundesländern die Menschen am spendabelsten sind, hat der Handelsverband gemeinsam mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut Mindtake und der Preisvergleichsplattform idealo.at erfragt.

Ausgaben von 95 Euro pro Kopf erwartet.
Frau und Herr Österreicher wollen 2021 durchschnittlich 95 Euro für Ostergeschenke und Dekoration ausgeben. Die Ausgaben steigen damit im Vergleich zum Corona-Jahr 2020 (nur 40 Euro pro Kopf) aber auch in Relation zum Vorkrisenjahr 2019 (65 Euro) deutlich. Erklären lässt sich dieser Zuwachs mit dem Konsumstau der letzten Monate und insbesondere mit der Verdopplung der Sparquote im Krisenjahr 2020. Immerhin 69% der Konsumenten wollen aufgrund der Corona-Krise bewusst und verstärkt bei regionalen Händlern und Webshops einkaufen, um den heimischen Handel zu stärken.

„Gerade in schwierigen Zeiten wie diesen ist es schön zu sehen, dass die Österreicherinnen und Österreicher zusammenhalten. 69 Prozent wollen heuer bewusst regional einkaufen und mit Ausgaben von durchschnittlich 95 Euro ein Zeichen setzen – sofern es die Bundesregierung zulässt. Entscheidend ist, dass die Wertschöpfung weitgehend in Österreich bleibt und somit unseren Produzenten und Händlern zugutekommt. Also jenen, die hierzulande Mitarbeiter beschäftigen, Steuern zahlen und damit auch das Sozial- und Gesundheitssystem mitfinanzieren. Bis morgen entscheidet die österreichische Politik, ob diese 95 Euro dem heimischen Handel zugutekommen, oder aber an Onlinegiganten wie Amazon und Wish abfließen“, erklärt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes.

Top 5 Geschenke für ein gelungenes Fest? Süßes als Osterhit Nummer eins!
Zu den beliebtesten Ostergeschenken zählen auch in diesem Jahr Pralinen und Süßigkeiten (54%). Knapp dahinter liegen gefärbte Eier mit 51% und erstmals auf Platz drei Blumen und Pflanzen mit 26%. Die Top 5 Ostergeschenke werden durch Spielwaren (22%) und Selbstgebackenes (20%) komplettiert. Knapp ein Sechstel der Österreicher verzichtet heuer gänzlich auf Ostergeschenke.

„Süßigkeiten bleiben auch in Zeiten von Corona für die Hälfte der Österreicher die klare Nummer eins der beliebtesten Ostergeschenke. Mit Gesamtausgaben von mehr als 240 Millionen Euro ist Ostern nach Weihnachten das umsatzstärkste Fest für den österreichischen Handel“, so Will.

Idealo.at hat sich noch genauer in der Bevölkerung umgehört und eine Nachfrageanalyse zu besonders beliebten Produkten erstellt. „Auf Platz eins stehen heuer unangefochten PlayStation® 5 Spiele, gefolgt von Kinderrollern, Playmobil®, Sandspielzeug und Schokolade. Auch bei Nintendo Switch™ Spielen, E-Scootern, Rennrädern und Fußballtrikots hat die Nachfrage bis jetzt bereits um 50 Prozent zugenommen“, sagt Jörg Stampler, Marketing Manager bei idealo Österreich.

Bundesländer-Vergleich: Steiermark & Kärnten mit größtem Osterbudget, Osten bildet Schlusslicht.
Die spendabelsten (Online-)Shopper sind 2021 übrigens wieder die Steirer, diesmal gemeinsam mit den Kärntnernmit durchschnittlichen Ausgaben von 110 Euro pro Kopf. Dicht dahinter folgen Tirol und Vorarlberg mit 105 Euro pro Kopf. Oberösterreich und Salzburg kommen im Schnitt jeweils auf 98 Euro. Das Schlusslicht bildet heuer die Ostregion mit Wien, Niederösterreich und dem Burgenland mit durchschnittlich 80 Euro pro Kopf.

Geschäfte als Wunsch-Einkaufsort des Osterhasen: HV pocht auf Zulassung von Click & Collect.
Spannend: Zwei Drittel (71%) der Verbraucher kaufen die Ostergaben am liebsten im stationären Handel. „Aufgrund der geplanten behördlichen Schließung des Non-Food-Handels in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland entgehen den ostösterreichischen Händlern genau zur Osterzeit mindestens vier wichtige Einkaufstage und damit ein Umsatz von rund 500 Millionen Euro. Jede weitere Lockdown-Woche kostet allein den Wiener Handel rund 210 Millionen Euro, österreichweit reden wir von bis zu einer Milliarde Euro wöchentlich. Um zumindest einen kleinen Teil davon abfedern zu können, muss wie schon im letzten harten Lockdown zumindest Click & Collect im Handel wieder zugelassen werden. Ansonsten hätten wir hierzulande das nächste Amazon-Förderungsprogramm“, stellt Branchensprecher Rainer Will klar. Eine Entscheidung darüber soll spätestens morgen im Hauptausschuss des Nationalrats getroffen werden.

Die zuletzt diskutierten Zutrittstests in den Geschäften würden jedenfalls kaum etwas an den Corona-Fallzahlen ändern, aber bis zu zwei Drittel aller Umsätze im Handel vernichten. Das wären in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland knapp 280 Millionen Euro pro Woche. Diese virologisch fragwürdige Maßnahme würde tausende Unternehmen in ihrer Existenz gefährden sowie zehntausende Arbeitsplätze kosten.

Generell fordert der Handelsverband ein breites wissenschaftliches Fundament und vor allem eine stärkere Berücksichtigung der aktuellen Studienlage bei der Implementierung neuer Corona-Maßnahmen. Immerhin hatte die Bundesregierung erst vor einer Woche angekündigt, dass es im Handel keine Geschäftsschließungen geben werde, da dieser kein Ort für Corona-Ansteckungen sei. Das bestätigen auch sämtliche wissenschaftlichen Untersuchungen.

Rückfragen & Kontakt:
Handelsverband
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Tel.: +43 (1) 406 22 36 – 77
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Quelle: APA/OTS Wirtschaft

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