Neue Ministerin will enge Zusammenarbeit mit der Logistikbranche

Am 7. Jänner war es soweit: Die neue Regierung unter der ÖVP-Spitze Sebastian Kurz und dem Grünen-Chef Werner Kogler wurde in der Hofburg von Bundespräsident Alexander Van der Bellen angelobt. Darunter auch die neue Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie, Leonore Gewessler.

Schon bei der Veröffentlichung des Regierungsprogramms nur wenige Tage davor wurde klar: Der Fokus liegt im Klimaschutz und der Erreichung der Klimaneutralität bis 2040. „Europa kann für den Planeten etwas leisten und Österreich soll als kleines Land eine Vorreiterrolle einnehmen“ hieß es dazu seitens Werner Kogler.

Für ein zukunftsfähiges Verkehrssystem sei eine notwendige Trendwende bei den CO2-Emissionen unabdingbar. Eine große Herausforderung ist dabei, die manchmal einander widersprechenden Interessen von Bevölkerung, Umwelt und Wirtschaft in Einklang zu bringen. Es sind daher Konzepte gefragt, die über einen Beitrag zur Klimaneutralität hinaus auch Lärm- und Schadstoffemissionen, vor allem in besonders belasteten Gebieten, minimieren.

Der Kombinierte Verkehr positioniert sich als Alternative zum reinen Straßengüterverkehr und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Lebens- und Standortqualität. Das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie hat intermodale Transportlösungen schon früh durch ein Maßnahmenbündel aus finanziellen Anreizen, ordnungspolitischen Rahmenbedingungen sowie Infrastrukturausbau aktiv unterstützt. Das zahlt sich aus: Seit 2005 hat sich das Aufkommen im Kombinierten Verkehr verdoppelt.

„Bundesministerin Leonore Gewessler setzt auf eine enge und konstruktive Zusammenarbeit mit der Transportwirtschaft, um das volle Potenzial des Kombinierten Verkehrs zu nutzen und für eine Steigerung der Schiene am Gütertransport zu sorgen“, heißt es dazu aus dem Ministerium. Es wurden Fördermöglichkeiten eingeführt, die dazu beitragen sollen, dass der Kombinierte Verkehr für Unternehmen zur selbstverständlichen, umweltverträglichen Option im Gütertransport wird.

Das IKV-Programm zielt darauf ab, die Nachteile des Kombinierten Güterverkehrs (Nichtberücksichtigung der externen Kosten im Straßenverkehr, erhöhter Manipulationsaufwand) durch staatliche Hilfestellung zur Aktivierung der privaten Investitionstätigkeit auszugleichen. Zielgruppe der Förderung sind Verlader, Frächter, Terminalbetreiber und (innovative) Unternehmen.

Doch was genau bedeutet der Regierungswechsel für die Österreichische Logistikbranche und welche Ziele verfolgt die neue Ministerin?

Hier eine Auswahl der wichtigsten Punkte:

• Langfristige strategische Ausrichtung des Logistiksektors in Richtung Erfüllung des Pariser Klimaabkommens

• Vertiefende Ausbildung der Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer

• Ausbau E-Mobilität im Bereich Entwicklung und Forschung

• Gütertransport auf der Schiene und Verlagerung voranbringen

• Schwerverkehrsbelastung reduzieren

• Entwicklung City-Logistik zur Reduktion des stadtinternen Güterverkehrs

• Gerechte Entlohnung in den Branchen Transport und Logistik sicherstellen

• Keine Gigaliner auf Österreichs Straßen

• Nutzung von Drohnen und anderer Unpiloted Aerial Vehicles

• Entwicklung von klimaschonenden Treibstoffalternativen für die Luftfahrt

• Einsatz für gerechte Schiffsdieselbesteuerung auf EU-Ebene

• Digitalisierung insbesondere im öffentlichen Verkehr und im Güter- verkehr zügig nutzbringend anwenden

Seit 7. Jänner bekleidet Leonore Gewessler nun die Funktion als Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Infrastruktur und Technologie der Republik Österreich. Nach der Matura in Graz und dem Studium der Politikwissenschaften in Wien war die gebürtige Steirerin ab 2006 als Büroleiterin im Büro des Bezirksvorstehers des 7. Wiener Gemeindebezirks tätig.

Im Jahr 2008 wechselte sie zur Green European Foundation nach Brüssel und übernahm dort die Leitung der europaweit tätigen NGO. Ab 2014 arbeitete Leonore Gewessler als politische Geschäftsführerin von Global 2000 – Friends of the Earth Austria wieder in Österreich. Neben ihrer beruflichen Tätigkeit war sie unter anderem Mitglied im Vorstand der Friends of the Earth Europe.

MIRIAM HIRSCHHOFER

Quelle: oevz.com

Translate »