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E-Commerce und die Zukunft der Logistik

25. Oktober 2017 07:50
E-Commerce und die Zukunft der Logistik

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E-Commerce zählt schon beinahe zur Normalität, nicht mehr als Trend. Auch wenn einige es bisher verpasst haben, auf diesen beschleunigenden Zug aufzuspringen. Die DHL Paket (Austria) bietet auf den Onlinehandel zugeschnittene Lösungskonzepte, behält gleichzeitig aber auch weitere Entwicklungen im Auge. Beim eCommerce Logistik-Day 2017 wurden Trends und Herausforderungen gleichermaßen thematisiert.

DHL Paket (Austria) GmbH ist als Tochter der Deutschen Post DHL Teil eines Unternehmens, das mit mehr als 500.000 Mitarbeitern weltweit zu den größten Arbeitgebern zählt. Unter diesen vielen Mitarbeitern gibt es einige, die sich der Forschung verschrieben haben. Im „Innovation Center Bonn“ wird in Kooperation mit Universitäten Trendforschung betrieben, deren Ergebnisse Günter Birnstingl, Managing Director DHL Paket (Austria), mit dem aufmerksamen Publikum teilte. Zu jenen Themen, die uns demnach schon in den nächsten fünf Jahren zunehmend beschäftigen werden, zählen neben verbilligter Sensortechnik, Robotik und Augmented Reality beispielsweise das Internet der Dinge und Big Data. Auch 3D-Druck gewinnt an Bedeutung: „Manche gehen davon aus, dass in Zukunft Logistiker ganze Hallen mit 3D-Druckern befüllen werden, um dort dann die gefragten Produkte auszudrucken und Transporte zu vermeiden“, zeichnet Birnstingl ein interessantes Zukunftsszenario auf. Auch an selbstfahrenden Fahrzeugen – alleine in Kalifornien sind 40 Unternehmen mit deren Herstellung beschäftigt – führt irgendwann kein Weg vorbei. Faire und nachhaltige Logistiklösungen sind ohnehin ein Dauerbrenner. Dass in naher Zukunft nicht nur Filme, sondern auch Warensendungen on demand durchgeführt werden, ist ebenfalls ein Trend, an dem es wenige Zweifel gibt. „Wer in fünf bis 10 Jahren in diesem Markt noch eine Rolle spielen möchte, muss sich auf diese Trends vorbereiten“, ist Birnstingl überzeugt.

Boom im B2C-Markt
Phänomenale Wachstumsraten von über 30 Prozent lassen Händler frohlocken – und rufen neue Anbieter auf den Plan, die ebenso auf den Markt drängen. Laut aktueller MAKAM-Studie versenden 8 von 10 Österreichern regelmäßig Pakete, wobei der Anteil der unter 30-Jährigen mit 90 Prozent deutlich höher ist als jener der über 60-Jährigen mit 67 Prozent. Dafür gibt es bei den Geschlechtern keine nennenswerten Unterschiede. Im Jahr 2016 wurden im Zuge des Onlinehandels um 25 Millionen Pakete mehr verschickt als im Jahr 2015 – ein absoluter Rekordwert. Der pro-Kopf-Konsum an Paketen wächst überproportional im Vergleich zum Bevölkerungswachstum – mit extremen saisonalen Schwankungen (Black Friday, Weihnachten usw.). Birnstingl: „Ich kenne kein anderes Land in Europa, das einen derartigen Zuwachs an Paketen auf der Konsumentenseite erlebt hat.“ Damit geht eine starke Mobilität der Empfänger einher – sie erwarten, dass das Paket ihnen folgt, nicht umgekehrt. Auffallend: im internationalen Vergleich ist die Hemmschwelle der Österreicher besonders gering, im Ausland einzukaufen. Gleichzeitig übernimmt zunehmend der Empfänger die Entscheidung über den beauftragten Logistikdienstleister.

Bequem, hochwertig und flexibel
Fasst man zusammen, was Konsumenten bei der Bestellung im Internet erwarten, dann lassen sich drei Kernpunkte fixieren: Convenience, Flexibilität und Nachhaltigkeit – denn dank der Vergleichbarkeit der Produkte im Internet, wird Qualität ohnehin schon vorausgesetzt. „Wie unaufwändig bekomme ich mein Paket und wie unaufwändig ist die Retoure“, nennt Birnstingl ein wichtiges Entscheidungskriterium bei der Onlinebestellung. Einfache Retourenlösungen sind seiner Meinung nach ein Schlüssel zum Erfolg im harten Wettbewerb. Hinsichtlich der Flexibilität bei der Zustellung gibt es viele Lösungsansätze. „Wir sind heute praktisch in der Lage, Pakete auch in einen Kofferraum zu liefern. Dazu läuft in Deutschland aktuell ein Pilotversuch“, verrät der Logistikexperte. Vorerst allerdings nur mit jenen Fahrzeugen, die über eine einfache Elektronik verfügen – das Entsperren per Code dauert bei einem Audi A8 nämlich im Vergleich wesentlich länger als bei einem VW Polo. Angesichts steigender Paketmengen sind auch politische Maßnahmen gefragt, um insbesondere in Stadtzentren eine Regelung für die nachhaltige Zustellung zu treffen. Die Agenda 2050 des Deutsche Post DHL Konzerns hat zum Ziel, weltweit keine CO2 Emissionen mehr im Transport-Bereich zu verursachen: sei es durch die Nutzung von Solaranlagen, Holz als Baustoff oder alternativ-betriebene Fahrzeuge, wie den eigens für die Zustellung entwickelten Streetscooter.

Größtes Paketshopnetzwerk Österreichs
Die DHL  Paket betreibt mit ihrem Partner REWE mehr als 25 Prozent aller Paketshops in Österreich, das sind mehr als 2.200 Paketshops und 50 Packstationen. Stolze 92 Prozent der Österreicher können innerhalb von 10 Minuten einen Shop erreichen. „Es ist wenig sinnvoll, einen Paketshop von 8 bis 17 Uhr geöffnet zu haben, weil da kaum jemand eine Chance hat, sein Paket zu holen“, skizziert Birnstingl ein unliebsames Problem. Die Kooperation mit dem Handel ermöglicht kundenfreundliche Öffnungszeiten auch am Tagesrand – 12 Prozent der Paketshops sind sogar sonntags geöffnet. „Im Internet kann man rund um die Uhr einkaufen und wir glauben, dass es auch beim Handel in diese Richtung geht“, so Birnstingl.

Zustellung nach Maß
Heutzutage bieten schon viele Onlineshops die Möglichkeit, an eine Packstation nach Wahl liefern zu lassen – und die Nachfrage nach diesem Service steigt merklich. Doch auch andere Optionen finden zunehmend Gefallen der Onlineshopper. Nach Erhalt der Paketankündigung können die Sendungen rasch und einfach umgeleitet werden: entweder an einen Wunschort, oder an einen anderen Wunschtag innerhalb der nächsten 10 Tage. Der Nachbar ist ohnehin daheim? Perfekt, dann kann das Paket an diesen geliefert werden. Und wenn wirklich gar nichts passt, kann auch jetzt noch an einen der vielen Paketshops geliefert werden. (AG)

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