Flughafen ohne Flieger – Siemens Airport Center


Weltweit einzigartiges Innovations-Zentrum für Logistik- und Infrastruktur-Projekte

Für Flughafenbetreiber und Fluglinien aus aller Welt hat Siemens mit dem neuen „Siemens Airport Center“ (SAC) ein weltweit einzigartiges Innovations-, Planungs- und Erprobungs-Zentrum aufgebaut, in dem Siemens-Experten gemeinsam mit den Kunden spezifische Lösungen entwickeln und im Testbetrieb simulieren können. Auf rund 8.500 Quadratmetern wird mit diesem Innovationszentrum die komplette Infrastruktur eines Flughafens in kompakter Form nachgestellt. Planungsfehler, die häufig erst im Alltagsbetrieb nach einer in der Regel millionenschweren Investition offenkundig werden, können somit vermieden werden.

Das SAC erlaubt einen Simulationsbetrieb in Echtzeit mit allen relevanten Einflussfaktoren bis hin zu eincheckenden Passagieren. Neuentwicklungen werden bis zur Einsatzreife vorangetrieben. Das Investitionsvolumen für das Siemens Airport Center lag im zweistelligen Millionen Euro-Bereich.

Flughafen-Infrastruktur-Projekte sind komplex und mit hohen Investitionskosten verbunden. Betreiber und Fluglinien sind verpflichtet, schon in der Planungsphase sicher beurteilen zu können, wie eine zukünftige Anlage im Tagesgeschäft funktioniert. Dazu wurde im Siemens Airport Center nahezu die komplette Infrastruktur aufgebaut, nur Tower, Start- und Landebahn und echte Flugbewegungen fehlen. Dort kann das Unternehmen gemeinsam mit den Kunden nicht nur individuelle Lösungen aktiv planen, vorbereiten und testen, sondern das SAC ist auch eine Innovationsschmiede, in der Siemens wegweisende neue Flughafenlösungen entwickelt.


Der simulierte Terminal 
Das Siemens Airport Center ist ein Testzentrum der Superlative: installiert wurde eine Gepäckförderanlage mit mehr als zwei Kilometern Länge, die durch den Einsatz modernster Steuerungstechnik und Mechatronik in ihren Schlüsselfunktionen für rund 30 Millionen Koffer pro Jahr ausgelegt ist. In Deutschland sind nur die Systeme in München und Frankfurt größer, sie stammen ebenfalls von Siemens. Die Gepäckstücke rasen mit einem Spitzenwert von maximal zehn Metern pro Sekunde (36 km/h) in Behältern über die Förderanlage. Je schneller die Bänder laufen, desto kürzer ist auf einem Flughafen die kürzest mögliche Umsteigezeit. Jeder Koffer hat einen Barcode; jeder Behälter einen RFID-Chip, auf den die Informationen des Koffers und damit das Ziel geschrieben werden. Die Sortieranlage kann bis zu 5000 Gepäckstücke pro Stunde verarbeiten. 1200 Näherungsschalter und Lichtschranken sowie 545 Antriebe gewährleisten einen reibungslosen und sicheren Betrieb der Anlage. Je umfassender eine Gepäckförderung getestet wird, desto schneller können sie Siemens-Techniker in einem echten Flughafen aufbauen und in Betrieb nehmen. Denkbar ist zudem, dass Mitarbeiter eines Flughafens oder das Wartungspersonal im SAC die Anlage kennen lernen und an ihr trainieren.

Mobiles Einchecken 
Das Einchecken auf Flughäfen soll möglichst sicher, aber auch bequem sein. Im SAC können Kunden das mobile Einchecken erproben. Dabei wird das Mobiltelefon zur Bordkarte. Die Passagiere laden ein kleines Programm auf ihr Handy und erhalten bei der Buchung eines elek-tronischen Tickets per SMS einen zweidimensionalen Barcode auf das Display. Dieser enthält Informationen über Flugnummer, Gate oder auch Sitzplatz. Am Schalter und beim Boarding identifiziert das System den Fluggast anhand des Codes. In das System können auch biometrische Daten integriert werden, was das Einchecken deutlich sicherer macht. Im SAC ist die Identifizierung über den Fingerabdruck oder eine dreidimensionale Gesichtserkennung möglich, die von Siemens entwickelt wurde. Das automatische System projiziert ein farbiges Raster auf das Gesicht und nimmt das Bild auf. Die Konturen werden digitalisiert und gespeichert. Beim Einsteigen in das Flugzeug genügt dann ein Fingerabdruck oder ein Blick zur Kamera und das System erkennt den richtigen Passagier.

Innovations-Drehscheibe 
Mitarbeiter fast aller Fachrichtungen und Bereiche von Siemens werden im SAC in Projekt-Teams zusammengeführt, um gezielt Innovationen voranzutreiben. Im Anlagenbau, bei großen komplexen Lösungen wie Flughäfen ist das Zusammenwirken aller beteiligten Mitarbeiter eine entscheidende Voraussetzung für Innovation. Egal ob Förderer, Sortiersysteme, Gepäckdurchleuchtung oder Komponenten der Gebäudetechnik und -sicherheit, die Produkte und Komponenten von Siemens-Fabriken aus allen Teilen der Welt aber auch von Zulieferern rund um den Globus werden in Fürth Bislohe in ihrem Zusammenspiel erprobt und weiterentwickelt, bevor sie zum Einsatz kommen. Siemens-Experten aus Österreich, Australien, China, Dubai, Großbritannien, Italien, Korea, Kroatien, Rumänien, Russland, Serbien, der Türkei, den USA und Deutschland haben das Siemens Airport Center realisiert. 

Integrierte Technologie-Lösungen 
Sicherheitssysteme für Passagiere, Gepäck und Flughafenpersonal wie zum Beispiel biometrische Zugangskontrollsysteme gehören ebenso zur Ausstattung wie Check-in-Schalter und Gepäckausgabe-Karussels. Weiterhin sind Passagier-Informationssysteme (FIDS) und ein Vorfeld-Lichtführsystem für Flugzeuge (Air Field Lighting) auf der Rollbahn nach dem neuesten Stand der Technik implementiert. Eine WLAN-Anbindung im gesamten Gelände sorgt für optimalen Kommunikationskomfort bei Sprache und Daten für den Fluggast und das Personal. Ein Parkleit- und Erkennungssystem für Flughafenparkhäuser rundet das Spektrum ab.

Neben dem Gepäckfördersystem ist das „Airport Operation Center“ (AOC) ein weiteres Herzstück, mit dem die Infrastrukturabläufe eines Flughafens erstmals zentral auf einen Blick überwacht und gesteuert werden können.

Planungs-, Simulations- und Testzentrum 
Im Siemens Airport Center werden die Komponenten großer Flughafenanlagen und ihr Zusammenspiel getestet. Das SAC ermöglicht die Planung von Flughafen-Projekten im Simulationsbetrieb. So wird zum Beispiel das Zusammenwirken wichtiger Systeme für das neue Terminal am Flughafen Peking erprobt. Das Flughafengebäude muss zu den olympischen Sommerspielen im Jahr 2008 fertig gestellt sein. Es erweitert die Kapazität des Pekinger Flughafens um mehr als 30 Millionen auf 60 Millionen Fluggäste pro Jahr. Siemens realisiert in Peking neuartige Lösungen zum Beispiel im Bereich der Gepäckförderung. Diese werden in Bislohe hinsichtlich Funktionalität und Belastbarkeit vorab auf Herz und Nieren geprüft. Auch Lösungen für das neue Terminal am Flughafen Incheon für Seoul werden dort getestet.

Kunden aus aller Welt können im SAC zusammen mit Siemens-Spezialisten komplette oder Teil-Lösungen je nach Anforderung konzipieren, neue Technologien in Augenschein nehmen und Demonstrationstest durchführen. Kunden sowie Siemens-Mitarbeiter haben darüber hinaus die Möglichkeit, die neuen Technologien nicht nur kennen zu lernen, sondern auch an den Systemen zu trainieren. So kann das Know-how an die wachsenden Herausforderungen angepasst werden.



Siemens AG Österreich
Mag. Pia Verosta  
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